SNV

ISO veröffentlicht die Six-Sigma-Methode zur Leistungssteigerung

Six Sigma*, eine datenbasierte Methode zur Produktivitäts- und Qualitätsverbesserung, wurde als zweiteilige ISO-Norm veröffentlicht.

Six Sigma wurde 1986 von Motorola entwickelt. Ursprünglicher Zweck der Methode war, die Fertigungsprozesse so zu optimieren, dass 99,99966 %** aller Produkte fehlerfrei sind (das entspricht 3,4 Fehlern pro 1 Million Produkte). Heute wird die Methode von grossen und kleinen Organisationen aus verschiedensten Branchen für alle Arten von Prozessen und Dienstleistungen eingesetzt. Sie dient zur …

  • Prozessoptimierung und Entscheidungsfindung auf der Grundlage von statistischen Daten
  • zuverlässigen Messung von Geschäftsergebnissen,
  • Vorbereitung auf Unsicherheiten
  • Generierung von höheren Erträgen und Gewinnen sowohl auf kurze als auch auf mittlere und lange Sicht
  • Beseitigung von Verschwendung, Mängeln und Fehlern


«Mit Six Sigma kann man gravierende und anhaltende Probleme in Geschäftsprozessen angehen. Mit Six-Sigma-Projekten können Organisationen die Kundenzufriedenheit verbessern und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern», sagt Dr. Michèle Boulanger, Direktorin von JISC-Statistics und Co-Vorsitzende des ISO-Unterausschusses, der die Norm entwickelt hat.

«Six Sigma gibt es schon länger. Dass nun aber die bewährtesten Ansätze der Methode in einer ISO-Norm zusammengefasst werden, stärkt und festigt sie zusätzlich. ISOISO
International Organization for Standardization
ist eine weltweit bekannte und anerkannte Marke. Das fördert das Vertrauen in die Methode. Die Veröffentlichung der Six-Sigma-Methode in einer ISO-Norm fördert zudem ihre Verwendung auf internationaler Ebene und in einheitlicher Form, vermindert die Zerstückelung der Methode und bietet den Anwendern vereinheitlichte und erprobte Abläufe», ergänzt Dr. Boulanger.

Six-Sigma-Projekte durchlaufen eine vorgegebene Abfolge von Schritten mit quantifizierbaren Projekt- und Finanzzielen (reduzierte Kosten und/oder höhere Gewinne) und schätzen Unsicherheiten mit statistischen Mitteln ein. Ihre Umsetzung beinhaltet die Schaffung einer personellen Infrastruktur mit definierten Rollen und Zuständigkeiten (zum Beispiel Black Belt oder Green Belt). Die neue Norm ISO 13053:2011 «Quantitative Verfahren zur Prozessverbesserung – Six Sigma» behandelt ausschliesslich die Anwendung von Six Sigma für die Verbesserung bestehender Prozesse und wird in zwei Teilen herausgegeben:

  • «Teil 1: DMAIC-Verfahren» beschreibt die fünf Phasen des DMAIC-Zyklus (Define, Measure, Analyse, Improve, Control) und gibt Best-Practice-Empfehlungen unter anderem für die Rollendefinition, das Fachwissen und die Ausbildung der an Six-Sigma-Projekten beteiligten Mitarbeitenden.
  • «Teil 2: Werkzeuge und Techniken» beschreibt Werkzeuge und Techniken, die in den verschiedenen Phasen des DMAIC-Verfahrens eingesetzt werden, und fasst sie in Factsheets zusammen.


Die beiden Normenteile sind auf alle Branchen und Organisationen anwendbar.

Die Norm ISO 13053 Teil 1 und Teil 2 wurde vom technischen Ausschuss ISO/TCTC
Technical Committee
69 «Anwendung statistischer Verfahren», Unterausschuss SCSC
Subcommittee
7 «Anwendung statistischer und damit zusammenhängender Techniken für die Umsetzung von Six Sigma» zusammengestellt.

* Six Sigma ist ein Warenzeichen von Motorola Inc.
** In der Statistik steht Six Sigma (6σ) für sechs Standardabweichungen vom Mittelwert.

Quelle: ISO News and Media, 14.09.2011

Das entsprechende Schweizer Spiegelkomitee ist das INBINB
Interdisziplinärer Normenbereich
/NKNK
Normen-Komitee
1069 «Anwendung statistischer Verfahren».

Ansprechpartner für weitere Informationen:
Rita Schindelholz, E-Mail: rita.schindelholzsnv.ch, Tel.: +41 (0)52 224 54 19

Bereits publizierte Normen zu diesem Thema:
ISO 13053-1 und ISO 13053-2 (englisch)

PDF-Download nach kostenloser Anmeldung unter www.mysnv.ch.