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Das Zeitalter der Cloud

Cloud Computing ist eine neue Form der Bereitstellung und Nutzung von Informatikressourcen über das Internet. Entsprechende Normungsarbeit wird dem Cloud Computing nur noch mehr Potential und Dynamik verleihen.



Cloud Computing ist heutzutage vermutlich das aktuellste Thema und der am häufigsten diskutierte und missverstandene Begriff auf dem Gebiet der Informationstechnik. Dieser revolutionäre Ansatz hat in den letzten zehn Jahren einen unerwarteten Aufschwung erlebt und wird heute im öffentlichen Sektor genauso wie in der Privatwirtschaft als bahnbrechende Technologie gesehen.

Sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen sind erpicht darauf, ihre Daten in der Cloud zu speichern und zu bearbeiten und von überall her auf Anwendungen und wichtige Informationen in der Cloud zugreifen zu können – und dies schneller und kostengünstiger als über herkömmliche Wege. Privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Institutionen erhoffen sich die versprochene Effizienz und Agilität und der Durchschnittsbenutzer erfreut sich der Allgegenwart und der Flexibilität der Cloud. Vor allem aber sind alle an der zu erwartenden Kosteneinsparung interessiert.

Aber was genau bedeutet denn Cloud Computing? Bis vor nicht allzu langer Zeit liefen alle Softwareprogramme auf einem PC. Einfach gesagt hatte ein Benutzer Anwendungen auf seinem Computer und Unternehmen hielten ihren Betrieb mit Racks voller Server aufrecht. Beim Cloud Computing läuft nun alles auf Webservern, über welche Datenverarbeitungsaufgaben, zentralisierte Speicherung und Online-Zugriff auf Computerdienste möglich sind und dies alles über das Internet.

Donald Deutsch, der Vorsitzende des technischen Komitees ISOISO
International Organization for Standardization
/IECIEC
International Electrotechnical Commission
JTC 1 «Informationstechnik» sowie des Subkomitees SCSC
Subcommittee
38 «Cloud Computing und verteilte Plattformen«, erläutert, was Cloud Computing genau bedeutet, welche Vorteile es bringt, welche Risiken es birgt und was die Normung bewirken kann.

Cloud Computing ist in aller Munde. Aber bringt die Cloud wirklich auch etwas Neues? Wie funktioniert sie eigentlich?
Cloud Computing hat so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, so viele Erwartungen geschürt und ist dermassen schnell und umfassend akzeptiert worden wie kaum eine andere innovative Technik zuvor. In seiner einfachsten Ausprägung ist Cloud Computing ein Informatiksystem, dessen Ressourcen nicht im Besitz und unter der Kontrolle eines einzelnen Benutzers stehen und auch nicht durch ihn gewartet und aktualisiert werden. Sie werden durch eine Community gemeinsam genutzt, wobei der Zugriff über ein Netzwerk erfolgt. Im Rahmen des Cloud Computing können diese Ressourcen je nach Bedarf eines Benutzers an Rechenleistung, Speicherplatz oder Verarbeitungsfähigkeit dynamisch zugeteilt werden.
Cloud-Computing-Dienste können von mehr als einem einzelnen Computer oder Rechenzentrum erbracht werden und die Benutzer können sich der Ressourcen gemeinsam über mehrere unterschiedliche und eventuell nicht einmal am selben Ort befindliche Einrichtungen bedienen.

Welche Vorteile bringt Cloud Computing?
Unter Cloud Computing versteht jeder wieder etwas anderes. Je nach den eigenen Bedürfnissen bringt Cloud Computing folgende Vorteile:

  • Geringere Kosten für Informations- und Kommunikationstechnik durch kosteneffizienteren Einsatz und Gebrauch von Ressourcen
  • Höhere Geschwindigkeit, Rechenleistung und Kapazität für Einzelbenutzer dank gemeinsamer Nutzung der Ressourcen
  • Vereinfachter Zugang zu Computerdiensten für Einzelpersonen und Unternehmen jeder Grösse
  • Erhöhte Sicherheit


Eben sind die ersten Internationalen Normen für Cloud Computing veröffentlicht worden, nämlich die ISO/IEC 17788 und die ISO/IEC 17789. Was bewirken diese Normen?
Diese Normen sind das Produkt des Wissens von Sachverständigen aus über 30 Ländern. Sie definieren die Grundbegriffe und die Grundlagen der Architektur dieses im Wachstum begriffenen Segments.

Die ISO/IEC 17788, «Cloud computing – Overview and vocabulary», definiert die Grundbegriffe des Cloud Computing einschliesslich jener für Cloud-Dienstekategorien wie Software as a Service (SaaS), Platform as a Service (PaaS) und Infrastructure as a Service (IaaS). Ausserdem umreisst sie die Terminologie der Cloud-Einsatzmodelle wie der «öffentlichen» und der «privaten» Cloud. Die fachspezifischere Norm ISO/IEC 17789, «Cloud computing – Reference architecture», enthält ihrerseits Diagramme und Beschreibungen der wechselseitigen Verknüpfungen der verschiedenen Aspekte des Cloud Computing.

Wie sieht das nächste Entwicklungsstadium der Cloud aus? Und wie wirkt es sich auf die Arbeit des JTC 1/SCSC
Subcommittee
38 aus?

Cloud Computing entspricht einem Paradigmenwechsel in der Bereitstellung von Informationstechnik, der mit Auswirkungen auf viele künftige Informatikprodukte,  -systeme und -normen verbunden sein könnte. Diese ersten Internationalen Normen für Cloud Computing bieten eine solide Grundlage für weitere Normen als Reaktion auf die sich abzeichnenden Bedürfnisse in diesem Gebiet.

Die Arbeitsgruppen (WGs) des JTC 1/SCSC
Subcommittee
38 sind im Begriff, aufbauend auf den Grundnormen ISO/IEC 17788 und ISO/IEC 17789 weitere Normen zur Unterstützung der Anbieter und der Nutzer von Cloud-Computing-Technologie und  Diensten auszuarbeiten:

    WGWG
Working Group
3 – Service Level Agreement
    WGWG
Working Group
4 – Interoperabilität und Portabilität sowie
    WGWG
Working Group
5 – Daten und deren Fluss über die Endgeräte und die Cloud

Quelle: ISOISO
International Organization for Standardization
News, 2015

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Ruth Schneider, E-Mail: ruth.schneidersnv.ch, Tel.: +41 52 224 54 28

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