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Neue ISO-Norm im Zuge des Outsourcing-Booms

Überall auf der Welt versuchen Unternehmen, flexibler zu werden, Risiken abzubauen und sich ein immer grösseres Netzwerk an Fachdienstleistern zunutze zu machen. Kein Wunder, dass der Trend zum Auslagern gewisser Tätigkeiten ein rasantes Tempo angenommen hat. Da kommt die neue ISO-Norm für das Outsourcing wie gerufen.


Outsourcing, d.h. das Auslagern von Tätigkeiten an Drittunternehmen, ist nichts Neues. Gemäss der von Deloitte im 2014 durchgeführten Umfrage über Out- und Insourcing (2014 Global Outsourcing and Insourcing Survey (pdf in english 736 KB)) hat das Outsourcing in den letzten Jahren so richtig Fahrt aufgenommen. Diese Entwicklung soll auch in den kommenden Jahren bei Wachstumsraten von 12-26% ungebrochen anhalten.

Ursprünglich wurden vorwiegend Backoffice-Prozesse mit hohem Transaktionsvolumen sowie Dienste von sekundärer Bedeutung ausgelagert; heute umfasst das Outsourcing auch strategische Funktionen und gewisse Unternehmen lagern gar ganze Segmente ihrer Wertschöpfungskette aus.

Outsourcing ist deshalb äusserst attraktiv, weil es Zugriff auf den neusten Stand der Technik verschafft sowie den Personalbedarf und dadurch auch die Risiken vermindert. Allerdings können Risiken auftreten, wenn z.B. keine Strategie vorliegt oder das Unternehmen blind auf Kostenreduktion setzt.

Genau deshalb hat das für das Thema Outsourcing zuständige Technische Komitee ISOISO
International Organization for Standardization
/PC 259 die neue Internationale Norm erarbeitet.

Die von Sachverständigen aus der Industrie und der Welt der Normung gemeinsam entwickelte ISO 37500:2014 «Outsourcing» richtet sich an jene, die sich bereits für das Outsourcing entschieden haben, und konzentriert sich auf die erfolgskritischen gemeinsamen Prozesse und Best Practices. Im Zentrum des beschriebenen Outsourcing-Modells steht die Governance als wichtigstes Steuerungselement.

Adrian Quayle, der scheidende Vorsitzende des ISOISO
International Organization for Standardization
/PC 259, erklärt: «Aus Erfahrung wissen wir, dass viele Probleme darauf zurückzuführen sind, dass gar keine oder nur mangelhafte Governancepraktiken bestehen.»

Die ISO 37500 behandelt die Aspekte der Flexibilität im Rahmen von Outsourcing-Vereinbarungen und die Anpassung an sich verändernde betriebliche Anforderungen. Die mit Outsourcing verbundenen Risiken werden in dem Sinne angegangen, dass wechselseitig vorteilhafte Formen der Zusammenarbeit entstehen können. Die Norm ist für jede Art des Outsourcings gedacht, egal ob bei erstmaliger Auslagerung, im Rahmen einer Kooperation mit nur einem oder mehreren Anbietern oder auf der Grundlage von Dienstleistungs- oder Ergebnisvereinbarungen.

Die Norm kann zudem je nach branchenspezifischen Bedürfnissen angepasst oder erweitert und somit auf internationale, nationale oder örtliche Gesetze und Vorschriften (auch auf den Gebieten Umwelt, Arbeit und Arbeitssicherheit) sowie den Umfang einer Outsourcing-Vereinbarung und den betreffenden Sektor abgestimmt werden.

Von Outsourcing verspricht man sich Skalenerträge, finanzielle Vorteile, mehr Flexibilität und höhere Produktivität. Deshalb wird Outsourcing bis auf weiteres sehr gefragt bleiben. Es ist die Aufgabe der ISOISO
International Organization for Standardization
, die Entwicklung im Auge zu behalten und den unvermeidlich auftretenden Knackpunkten mit genormten Lösungen zu begegnen.

Quelle: ISOISO
International Organization for Standardization
News, 2014

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Marcel Schulze, E-Mail: marcel.schulzesnv.ch, Tel.: +41 52 224 54 24

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ISO 37500:2014 (in englischer Sprache)