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Update in Sachen Diabetesschulung

Diabetes mellitus ist eine der weltweit meistverbreiteten Krankheiten. Die internationale Diabetes Vereinigung IDF spricht gar von der Epidemie des 21. Jahrhunderts. In ihrem aktuellen Lagebericht geht sie von weltweit 387 Millionen Zuckerkranken aus - Tendenz stark steigend.



In Österreich sind es laut IDF-Report 570.000 oder knapp 9 % der Bevölkerung (Quelle: IDF). Weniger als ein Zehntel aller Betroffenen weist einen absoluten Insulinmangel (Diabetes Typ 1) auf, die überwiegende Mehrheit von 90 % leidet an einer Insulinresistenz vom Typ 2. In der Schweiz leiden beinahe 500000 Menschen an Diabetes, davon sind rund 40000 Typ-1-Diabetiker (Quelle: SDA-ASD).

Lebensstil entscheidend für Therapieerfolg
Als Hauptverursacher von Diabetes mellitus Typ 2 gilt Übergewicht. Therapien setzen daher meist bei Gewichtsreduktion und mehr Bewegung an. Für übergewichtige Diabetiker bedeutet dies klarerweise eine umfassende Änderung ihres Lebensstils.

Die richtige Schulung für den Umgang mit der Krankheit ist daher von grosser Bedeutung. «Die Motivation zur Umsetzung der Lebensstiländerung ist ausschlaggebend für den Erfolg der Therapie», weiss Gertraud Sadilek. Die Diplomkrankenschwester und Diabetesberaterin am Landeskrankenhaus Hörgas, Steiermark, hat als Vorsitzende der Arbeitsgruppe Diabetesschulungsstandards bei Austrian Standards die Neuausgabe der ONR 116080 mitverfasst.

Die Diabetesschulung dient dazu, die zwischen Arzt und Patient vereinbarten Therapieziele zu realisieren. Damit das gelingen kann, müssen die persönlichen Lebensumstände berücksichtigt und in die Erstellung des Therapieplans eingebunden werden. «Diabetesschulungen können Menschen mit Diabetes mellitus zu einem selbstbestimmten Leben befähigen und Entgleisungen und Folgeschäden vermindern. Durch das Bewusstsein, dass es eine Auswahl an Möglichkeiten gibt, erhält der Patient auch die Chance, mit Diabetes zurechtzukommen», sagt Gertraud Sadilek. «Dazu braucht es ein vereinbartes Qualitätsniveau und eine Nachvollziehbarkeit der Schulungen.»

Klare Anforderungen

Folgerichtig beschreibt die vollständig überarbeitete ONR 116080 jene Prozesse und Voraussetzungen, die für eine strukturierte und patientenorientierte Diabetesschulung notwendig sind, und formuliert die Ziele, die mit den gesetzten Interventionen erreicht werden sollen.

Darüber hinaus beschreibt der Leitfaden die notwendigen Kompetenzen der Gesundheits- und Krankenpflegepersonen für Schulung und Beratung und unterstützt mit einer umfangreichen Dokumentation das Qualitätsmanagement der Diabetesschulung.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:

Marcel Schulze, E-Mail: marcel.schulzesnv.ch, Tel.: +41 52 224 54 24

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ONR 116080 (nur in deutscher Sprache verfügbar)