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Die Natur als Vorbild

Biomimetik, die Wissenschaft der Anwendung in der Natur beobachteter Grundsätze zur Entwicklung neuer Technologien und Lösungen, verändert die Welt grundlegend. Eine neue Normenreihe soll nun dazu beitragen, Hindernisse für die Anwendung der Biomimetik aus dem Weg zu räumen und neue Anwendungsmöglichkeiten zu schaffen.

Dass Menschen sich in der technischen Entwicklung durch die Wunder der Natur und ihrer biologischen Systeme inspirieren lassen, ist nichts Neues. Man denke zum Beispiel nur an Vögel und Flugzeuge oder Viren und Nanokomponenten. Die Biomimetik ist aber eine im Wachstum befindliche Disziplin mit grundsätzlich unbeschränktem Potential.

Bisher fehlte es jedoch auf diesem Gebiet an einer offiziellen Einheitlichkeit und damit an genügender Anerkennung. Der Begriff «Biomimetik» und dessen Alternative «Bionik» werden im Übrigen oft missverstanden. Eine neue Reihe Internationaler Normen soll nun zur Klärung rechtlicher Fragen beitragen und die mit der Biomimetik verbundenen wirtschaftlichen Chancen fördern und somit zu einer höheren Akzeptanz biomimetischer Erzeugnisse führen. Da die Biomimetik aus dem Nachahmen der Natur besteht, wird sie auch eine bessere Nachhaltigkeit mit sich bringen.

Die ISO 18458 «Biomimetics - Terminology, concepts and methodology» gibt einen Rahmen für die Terminologie der Biomimetik in den Bereichen Wissenschaft, Industrie und Bildung vor, während die ISO 18459 «Biomimetics - Biomimetic structural optimization» die Funktionen und Geltungsbereiche der Verfahren zur Optimierung biomimetischer Strukturen im Hinblick auf die ideale Ausgestaltung von Komponenten im Sinne ihrer Tragfähigkeit oder ihrer Lebensdauer definiert.

Gemäss Dr. Michael Schmitt, dem Sekretär des für die Erarbeitung dieser Normen zuständigen technischen Komitees der ISOISO
International Organization for Standardization
und Projektleiter des DIN, des ISO-Mitglieds aus Deutschland, sollen diese Normen den Verbrauchern biomimetischer Produkte genauso dienlich sein wie den Erzeugern.

«Diese neuen Normen haben das Zeug dazu, technische Hemmnisse für die Entwicklung neuer, innovativer Produkte auf diesem Gebiet aus dem Weg zu räumen und eine vertiefte interdisziplinäre Zusammenarbeit herbeizuführen», erklärt Schmitt. «Zudem erzeugen sie mehr Rechtssicherheit und Gewissheit bezüglich Qualität, was dem Vertrauen sowohl der Verbraucher als auch der Hersteller zuträglich ist.»

Situation in der Schweiz
Die Schweiz hatte bis vor kurzem den sogenannten O-Memberstatus (Observing-Member) inne. Seit kurzem aber haben sich Interessenten gemeldet. So kam es zur Gründung eines Schweizer Spiegelgremiums INBINB
Interdisziplinärer Normenbereich
NKNK
Normen-Komitee
1266 «Biomimetics» zum gleichnamigen ISOISO
International Organization for Standardization
TCTC
Technical Committee
266. Es werden immer noch Experten gesucht, daher können sich Interessierte gerne bei der unten angegebenen Ansprechperson melden.

Quelle: ISO News, 2015

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Marcel Schulze, E-Mail: marcel.schulzesnv.ch, Tel.: +41 52 224 54 24

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ISO 18458:2015 (in englischer Sprache)
ISO 18459:2015 (in englischer Sprache)