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Neue Industrietourismus-Erlebnisse dank ISO-Norm

Sie sind ein Reiseveranstalter auf der Suche nach innovativen Erlebnissen, die gleichzeitig Spass machen und lehrreich sind? Sie sind ein Industrieunternehmen und glauben daran, dass es für Touristen attraktiv sein könnte, Ihre Welt zu entdecken? Dann ist die neue ISO-Norm wie für Sie gemacht.



Die ISO 13810 für den Industrietourismus hilft Schokoladefabriken, Weingütern, Kunst- und Handwerksgeschäften, Kraftwerken und Bergbaubetrieben, ein unvergessliches und vergnügliches Besuchererlebnis anzubieten.

Der moderne Tourist will sein Reiseerlebnis mitgestalten können. Er ist darauf aus, eine authentische Erfahrung zu machen, Originelles zu entdecken und sich durch Aneignen von Wissen persönlich weiterzuentwickeln. Der Industrietourismus kann mit einer einmaligen Kombination an Wissenswertem, Sinneserlebnissen und Emotionen aufwarten und zum Beispiel Einblick darin bieten, wie ein Forschungslabor oder eine Brauerei funktioniert oder welch wunderbare Werke professionelle Glasbläser hervorbringen.

Im Industrietourismus kann man sich auf ein Produkt, ein Verfahren oder ein Geschichtsabenteuer konzentrieren. Im Lebensmittelsektor ist der Industrietourismus bereits beliebt und jetzt macht er sich auch in anderen Bereichen wie dem Verkehr (Flughäfen, Seehäfen, U-Bahnen), der Energiewirtschaft (Windparks, Kraftwerken), dem Automobilbau, der Textilindustrie, den Wiederaufbereitungsanlagen und selbst der Verwaltung (Polizeidienststellen, Postämter) breit.

Was bringt denn nun die ISO 13810?
Die ISO 13810 verhilft privatwirtschaftlichen Unternehmen und örtlichen Behörden dazu, mit schützenswerten Industriebrachen richtig umzugehen oder ein Besucherzentrum zur Förderung eines Unternehmens oder eines Standortes aufzubauen. Diese Norm gibt Richtlinien vor und verweist auf bedeutende Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt, wenn man Besucher empfängt. Sie unterstützt erfahrene oder neu gegründete Reiseveranstalter dabei, die Qualität ihrer Dienstleistungen zu verbessern und Kundenzufriedenheit zu gewährleisten.

Die ISO 13810 wurde erarbeitet, weil viele Unternehmen trotz des deutlichen Interesses an solchen touristischen Aktivitäten nicht über die nötige Erfahrung verfügen, um ihre Produkte und Dienstleistungen dem Fremdenverkehrsmarkt zu präsentieren, und es nur sehr wenige Führer gibt. Die Norm wird es Unternehmen und Behörden leichter machen, sich dem Industrietourismus zu öffnen und ein immer breiteres professionelles Angebot für die Besucher zu entwickeln.

Unternehmen, die sich dem Tourismus gegenüber öffnen, können ihren Bekanntheitsgrad steigern, ihre Marke ins richtige Licht rücken und den Besuchern ein einmaliges Erlebnis bieten. Dadurch wird ausserdem das Kerngeschäft diversifiziert und Produktemehrwert generiert. Der Industrietourismus ist auch ein Mittel, um neue Kundengruppen anzusprechen und Feedback zu den eigenen Produkten einzuholen. Mit dieser Öffnung kann ein Unternehmen Know-how weitergeben und die Transparenz erhöhen. Indirekt führt sie über die öffentliche Anerkennung der Arbeitsleistung auch zu erhöhter Mitarbeiterzufriedenheit und grösserem Stolz.

Schützenswerte Industriebrachen weisen verschiedene Vorteile auf. Sie fördern die Identität und die Kultur eines Reiseziels, stärken die Verbundenheit der örtlichen Bevölkerung und tragen zur wirtschaftlichen Wiederbelebung und zur Wahrung bzw. Wiederherstellung des lokalen oder regionalen Kulturerbes bei.

Das Sekretariat des für die Erarbeitung der Norm zuständigen ISO-Komitees (ISOISO
International Organization for Standardization
/TCTC
Technical Committee
228) wird gemeinsam von der AENOR, dem spanischen ISO-Mitglied, sowie der INNORPI, dem ISO-Mitglied Tunesiens, geführt.

Quelle: ISO News, 2015

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Barbara Guder, E-Mail: barbara.gudersnv.ch, Tel.: +41 52 224 54 14

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ISO 13810 (in englischer Sprache)