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So bleibt Ihr Auto nicht im Schnee stecken

Regen, Nebel, Schneematsch und Glatteis - das alles erwartet uns im Winter. Sobald Schnee fällt und sich Frost einstellt, steigt die Pannenstatistik enorm an. Um das zu vermeiden, wäre es gut, einige Vorkehrungen zu treffen. Hier die wichtigsten Tipps für problemlose Fahrten durch den Winter.



Die optimale Bereifung
Besondere Beachtung gilt der geeigneten Bereifung. Damit das Lamellenprofil der Reifen richtig greifen kann, sollte der Luftdruck überprüft werden. Tankstellen haben dafür tragbare Reifendruckmessgeräte.

Die SN EN 12645 für Druckmessgeräte legt fest, dass sie solide und sorgfältig gebaut sein müssen, um die Messbeständigkeit sicherzustellen. Damit der Druckwert gut lesbar ist, regelt die SNSN
Schweizer Norm
, dass der Zeiger der Druckanzeige nicht breiter als die Teilstriche sein darf und jeder fünfte Teilstrich sich von den anderen Teilstrichen durch eine grössere Länge unterscheiden muss.

Für die Schneekettenpflicht gerüstet

Doch auch mit Winterreifen stösst man schnell an die Grenzen der Mobilität und es müssen Schneeketten angelegt werden. Beim Kauf der Schneeketten ist es wichtig auf Qualität zu achten. Sie sollten einfach in der Handhabung sein, langlebig und absolute Griffigkeit in allen Situationen aufweisen.

Diese Punkte gewährleisten Schneeketten mit der Kennzeichnung «ÖNORM V 5117 geprüft».

Batterie und Starthilfekabel

Schon früh, also vor den ersten wirklichen Nachtfrösten, ist es sinnvoll, die Batterie zu überprüfen. Eine defekte oder entladene Batterie ist noch immer die Pannen-Ursache Nummer eins.
Die allgemeinen Anforderungen, Prüfungen und Kennzeichnungen von Blei-Akkumulatoren-Starterbatterien regelt SN EN 50342. Obwohl moderne Batterien grösstenteils wartungsarm sind, sollten sie auf Extrembelastungen im Winter vorbereitet werden. Es empfiehlt sich, die Pole mit einem feuchten Tuch zu reinigen und den Säurestand von einem Fachmann überprüfen zu lassen. Nach ca. fünf Jahren ist es meistens Zeit für eine neue Batterie.

Springt der Motor schon bei schwachem Frost nur sehr schwer an, ist es notwendig, die Batterie sofort überprüfen zu lassen. Andernfalls geht nach wirklich kalten Nächten womöglich gar nichts mehr. Wohl dem, der dann ein Starterkabel dabei hat und auch weiss, wie man damit umgeht. Vergewissern Sie sich vor dem Überbrücken, dass die Nennspannungen der Batterie gleich sind (zumeist 12 Volt), die Fahrzeuge einander nicht berühren und die Zündung und alle Stromverbraucher (Beleuchtung, Radio) beider Fahrzeuge abgeschaltet sind.

Achten Sie beim Kauf (oder auch bei der Verwendung) eines Starthilfekabels darauf, dass es der ÖNORM V 5116 für Kraftfahrzeuge und Geräte mit Verbrennungsmotor entspricht.

Scheinwerfer & Co

Auch die Lichtanlage sollte man einer Überprüfung unterziehen. Dabei alle Leuchten inklusive Blinker und Nebellicht überprüfen. Eine defekte Lampe kann man meist selbst auswechseln.
Die technischen Anforderungen zur Austauschbarkeit von Lampen legt SN EN 60809 «Lampen für Strassenfahrzeuge» fest. Diese Norm gilt für austauschbare Lampen zur Verwendung in Scheinwerfern, Nebelscheinwerfern und Signalleuchten (Bremsleuchten, Blinker) von Strassenfahrzeugen.

Die Anforderungen an die Arbeitsweise regelt SN EN 60810. Ausserdem empfiehlt sich eine regelmässige Reinigung der Scheinwerfer. Bereits nach einer halben Stunde Fahrt auf verunreinigter Strasse verschmutzt der Autoscheinwerfer um mehr als 60 Prozent und schluckt so das Licht.

Den Durchblick behalten

Um den Durchblick zu behalten, sollte man weiter der Scheibenwaschanlage Frostschutzmittel zuführen. Nach dem Einfüllen die Anlage betätigen, damit die kältefeste Mischung sofort in alle Zuleitungen gelangt.

Das Verhältnis des Frostschutzmittels zum Wischwasser beträgt je nach Temperatur bei bis minus 30 Grad Celsius reines Frostschutzmittel, bei bis minus 15 Grad Celsius 2 Teile Frostschutzmittel und ein Teil Wasser und bei bis minus 8 Grad Celsius 1 Teil Frostschutzmittel und 1 Teil Wasser.

Frostschutzmittel für den Kühler

Auch der Frostschutzgehalt im Kühlwasser muss überprüft werden, sonst könnte bei extremen Temperaturen der Kühler platzen. Das Nachfüllen des Frostschutzmittels sollte man allerdings einem Fachmann überlassen.

Die Anforderungen an das Frostschutzmittel als Zusatz für Verbrennungsmotoren legt die ÖNORM V 5123 «Frostschutzmittel für Kühlsysteme von Verbrennungsmotoren» fest. Sie sorgt dafür, dass das Kühlerfrostschutzmittel, mit Wasser vermischt, das Kühlsystem ganzjährig vor Korrosion schützt und das Einfrieren der Kühlflüssigkeit verhindert wird.

Und wie sieht's drunter aus?
Auf keinen Fall schaden kann ein Blick unter das Auto. Denn salznasse Fahrbahnen und Auftaumittel können der Unterseite des Fahrzeugs kräftig zusetzen. Deshalb sollte man in der Werkstätte den Unterbodenschutz überprüfen und, wo notwendig, ausbessern lassen. Denn, wenn der Rost einmal zu nagen beginnt, werden Reparaturen teuer.

Anforderungen an Korrosionsschutzmittel für den Unterboden- und Hohlraumschutz von Strassenfahrzeugen regelt ÖNORM V 5120.

Hilfreiche Tipps
Ein weiterer Punkt im Wintercheck ist das Nachfüllen von Motoröl. Bei extremer Kälte sollte man von Sommermotoröl auf Winteröl umsteigen. Das trägt massgeblich dazu bei, dass der Motor ohne «Rhythmusstörungen» durch den Winter kommt.

Um sich das Autofahren in den ohnehin unerbittlichen Wintermonaten noch ein wenig zu vereinfachen, kann man die Türdichtungen frostsicher machen. Dazu wird sie mit Glyzerin, Silikon, Talkum oder Hirschtalg eingeschmiert. Das verhindert, dass die Gummilippen am Blech anfrieren.

Türschlösser können mit Grafitspray konserviert werden. Den Türschloss-Enteiser lieber in die Manteltasche stecken als ins Handschuhfach und auch rechtzeitig Eiskratzer, Handbesen und Handschuhe bereitlegen.

Warnweste und Autoapotheke

Auf keinen Fall vergessen: die Warnweste nach SN EN ISO 20471, die man beim Verlassen des Autos, etwa um die Schneeketten anzulegen, unbedingt überziehen muss, damit man von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen wird.

Ein letzter Blick sollte der Autoapotheke gelten, die unbedingt mitzuführen ist: Ist alles vollständig vorhanden? Hat nichts unter den sommerlichen Temperaturen im Auto gelitten? Wenn der Inhalt in Ordnung ist, und die Apotheke griffbereit im Auto deponiert ist, kann sie Leben retten. Die ÖNORM V 5101 «Erste-Hilfe-Ausstattung für mehrspurige Kraftfahrzeuge» beschreibt eine sinnvolle und praxistaugliche Zusammenstellung einer Kfz-Apotheke.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Marcel Schulze, E-Mail: marcel.schulzesnv.ch, Tel.: +41 52 224 54 24

Diese Normen im SNV Online-Shop bestellen:
SN EN 12645 (in deutscher, französischer und englischer Sprache)
ÖNORM V 5117 (nur in deutscher Sprache)
SN EN 50342-1/A1 (in deutscher, französischer und englischer Sprache)
ÖNORM V 5116 (nur in deutscher Sprache)
SN EN 60809 (in deutscher, französischer und englischer Sprache)
SN EN 60810 (in deutscher, französischer und englischer Sprache)
ÖNORM V 5123 (nur in deutscher Sprache)
ÖNORM V 5120 (nur in deutscher Sprache)
SN EN ISO 20471 (in deutscher, französischer und englischer Sprache)
ÖNORM V 5101 (nur in deutscher Sprache)