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ISO 45001 zum Arbeits- und Gesundheitsschutz zur öffentlichen Anhörung als DIS freigegeben

Alle fünfzehn Sekunden führen arbeitsbedingte Unfälle oder Krankheiten zum Tod eines Arbeiters und erleiden 153 Menschen eine arbeitsbedingte Verletzung. Für die Organisationen und die Gesellschaft als Ganzes bedeutet dies eine enorme Belastung, die mit über 2,3 Millionen Todesfällen pro Jahr zu Buche schlägt, ganz abgesehen von den mehr als 300 Millionen Unfällen ohne tödlichen Ausgang (siehe ilo.org).

Nun, da die ISO 45001 als Internationaler Normentwurf (DIS) vorliegt, besteht die Aussicht auf solidere und wirksamere Prozesse zur Verbesserung der Arbeitssicherheit und des betrieblichen Gesundheitsschutzes in weltumspannenden Lieferketten. Die künftige Norm, die für Organisationen jeder Grösse und in allen Tätigkeitsbereichen bestimmt ist, soll weltweit zu einer Verringerung von Verletzungen und Erkrankungen am Arbeitsplatz führen.

An der Erarbeitung dieses wichtigen Dokuments, das durch das Projektkomitee ISOISO
International Organization for Standardization
/PC 283, Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsysteme, unter Sekretariatsführung durch die British Standards Institution (BSI) verfasst wird, sind über 70 Länder direkt beteiligt.

«Durch die Einführung eines robusten Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystems kann eine Organisation Unfälle und Krankheiten verringern, kostspielige Rechtsfälle verhindern, vielleicht sogar die Versicherungskosten reduzieren und eine positiv geprägte Organisationskultur schaffen, wenn die Mitarbeiter erkennen, dass ihre Bedürfnisse ernst genommen werden», meint David Smith, der Vorsitzende des Komitees. «Eine breite Annahme der ISO 45001 sollte dazu führen, dass in den Medien weniger Horrorgeschichten über miesen Arbeits- und Gesundheitsschutz und entsprechende Todesfälle, Verletzungen und Katastrophen wie unlängst in Fabriken an verschiedenen Orten der Welt kursieren.»

Die ISO 45001 setzt sich aus den üblichen Komponenten aller ISO-Normen für Managementsysteme zusammen. Dadurch wird ein hohes Mass an Kompatibilität mit der neuen Fassung der ISO 9001 «Qualitätsmanagementsystem» und der ISO 14001 «Umweltmanagementsysteme» gewährleistet. Die Grundlage ist ein einfaches Modell, nämlich der PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act), der den Organisationen als Rahmen zur Planung der notwendigen Massnahmen zur Minimierung der Schadensrisiken dient. Die Massnahmen sollten auf mögliche Unfallursachen und Auslöser langfristiger Gesundheitsprobleme oder Arbeitsausfälle ausgerichtet werden.

Nun, da die ISO 45001 als Internationaler Normentwurf vorliegt, sind die nationalen Mitgliedsgremien der ISOISO
International Organization for Standardization
eingeladen, über einen Zeitraum von drei Monaten Kommentare anzubringen und über den Text der Norm abzustimmen. Bei positivem Ausgang kann die abgeänderte Fassung dann den ISO-Mitgliedern als Internationaler Schlussentwurf (FDISFDIS
Final Draft International Standard
) zugestellt werden. Im Falle ihrer Verabschiedung soll die ISO 45001 gegen Ende 2016 bzw. zu Beginn 2017 als Internationale Norm veröffentlicht werden.

Hier klicken, um das YouTube-Video mit David Smith, dem Komiteevorsitzenden, anzuschauen.

Quelle: ISOISO
International Organization for Standardization
News, 2016

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Monica Gontovas, E-Mail: monica.gontovassnv.ch, Tel.: +41 52 224 54 12

Diesen Norm-Entwurf im SNV Online-Shop bestellen:
prSN ISO/DIS 45001 (in deutscher, französischer und englischer Sprache)

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