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Verbesserungen im Markt der «grünen Kennzeichnungen»

Viele Verbraucher, die beim Kauf von Produkten auf deren Ökobilanz Wert legen, wollen ganz spontan ihren eigenen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Produkte und Verpackungen sind mittlerweile derart mit verschiedensten umweltbezogenen Aussagen, Symbolen und Grafikelementen überladen, dass entsprechende Kennzeichnungsanforderungen formuliert werden mussten, die sämtliche relevanten Aspekte des Lebenszyklus eines Produkts abdecken.

Eine unlängst veröffentlichte Neufassung der ISO 14021 «Umweltkennzeichnungen und -deklarationen - Umweltbezogene Anbietererklärungen (Umweltkennzeichnung Typ II)» soll als Orientierungshilfe im Etikettierungsdschungel dienen. Umweltbezogene Anbietererklärungen (Umweltkennzeichnung Typ II) kommen nicht nur auf Produkten und/oder Verpackungen vor, sondern erscheinen auch in verschiedensten anderen Gefässen wie der Werbung, dem Internet oder Fachartikeln.

Diese ISO-Norm ist ein sehr wichtiges Hilfsmittel für Hersteller und Unternehmen, die optimale Aussagen über die ökologischen Auswirkungen ihrer Produkte machen möchten. Sie führt die allgemeinen Anforderungen zur Nutzung der Norm aus, enthält Definitionen verschiedener gebräuchlicher Begriffe im Rahmen umweltbezogener Aussagen, erläutert gewisse Einschränkungen der Anwendung dieser Begriffe und umreisst ein allgemeines Verfahren zur Bewertung und Verifizierung umweltbezogener Anbietererklärungen.

«Die ISO 14021:2016 ist ein sehr wichtiger Leitfaden für Unternehmen, die umweltbezogene Aussagen machen möchten, aber nicht in der Lage oder bereit sind, die Kosten oder den Aufwand eines externen Weges auf sich zu nehmen», erklärt Jenny Hillard, Sachverständige und Mitglied des für die Erarbeitung der Norm zuständigen Unterkomitees ISOISO
International Organization for Standardization
/TCTC
Technical Committee
207/SCSC
Subcommittee
3 «Umweltkennzeichnungen». «Insbesondere gilt dies für KMU und Firmen in Entwicklungsländern, die ihre Produkte exportieren möchten.»

Die ISO 14021 schreibt umweltbezogene Aussagen nicht zwingend vor, sondern ist auf eine aus Verbrauchersicht möglichst sinnvolle und nützliche Formulierung solcher freiwillig gemachten Aussagen ausgerichtet.

Das Ziel dieser von Sachverständigen in Zusammenarbeit mit Verbrauchergruppen und im Umweltbereich tätigen NGOs entwickelten Internationalen Norm besteht darin, umweltbezogene Anbietererklärungen zu harmonisieren und dadurch folgenden Nutzen zu stiften:

  • zutreffende und verifizierbare umweltbezogene Aussagen, die den Verbraucher nicht in die Irre führen
  • höhere Wahrscheinlichkeit, dass es marktbedingt zu ökologischen Verbesserungen der Produktion, der Prozesse und der Produkte kommt
  • Vermeidung oder Reduzierung ungerechtfertigter Aussagen
  • weniger Verwirrung im Markt
  • Förderung des internationalen Handels
  • bessere Informationsgrundlage für Kaufentscheidungen und den Gebrauch von Produkten


Die ISO 14021:2016 ersetzt die Fassung aus dem Jahr 1999 und ist durch das Unterkomitee SCSC
Subcommittee
3 «Umweltkennzeichnungen» des ISOISO
International Organization for Standardization
/TCTC
Technical Committee
207 «Umweltmanagement» erarbeitet worden, dessen Sekretariat durch das australische ISO-Mitglied Standards Australia geführt wird.

Quelle: ISO News, 2016

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Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:

Marcel Schulze, E-Mail: marcel.schulzesnv.ch, Tel.: +41 52 224 54 24

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ISO 14021:2016 (in französischer und englischer Sprache)