SNV

Neues Komitee für «Governance in Organisationen»

Wie transparent ist eine Organisation? Auf welchem Kurs befindet sie sich? Wie wird sie geführt? Alle diese Fragen haben mit «Governance» zu tun, d.h. dem System, mit dessen Hilfe eine Organisation geleitet, gesteuert und langfristig an der Erfüllung ihrer Kernaufgaben gemessen wird. Das neue ISOISO
International Organization for Standardization
/TCTC
Technical Committee
309 «Governance of Organizations» wurde gegründet, um Normen zu erarbeiten, die Organisationen den Weg zum Ziel erleichtern sollen.

«Gute Governance ist ein Erfolgsrezept für Organisationen», meint Dave Adamson von BSI, dem ISO-Mitglied Grossbritanniens, der den Vorschlag für die Schaffung des ISOISO
International Organization for Standardization
/TCTC
Technical Committee
309 für «Governance in Organisationen» ausgearbeitet hat. Zum kürzlich ins Leben gerufenen Technischen Komitee sagt er: «Sein Zweck besteht darin zu gewährleisten, dass Organisationen ihre Aufgaben zu Gunsten der Menschen, gegenüber denen sie rechenschaftspflichtig sind, erfolgreich wahrnehmen können. Dies könnte zum Beispiel bedeuten, dass eine Organisation sich Klarheit über ihren Zweck und ihren Wert für die Aktionäre verschafft oder ihre Art der Geschäftsführung transparent darlegt.»

Adamson ist der Meinung, dass die Arbeit des neuen ISO-Komitees für jedermann von Vorteil sei. «Die erste Norm beschreibt zum Beispiel wesentliche Grundsätze und Leitgedanken zum Thema der Einführung eines wirksamen «Governance-Systems», die für Organisationen jeder Grösse, vom multinationalen Konzern bis zum Kleinstbetrieb, geeignet sind. Die vom ISO/TCTC
Technical Committee
309 erarbeiteten Normen können also auch für Aufsichtsbehörden ein wichtiges politisches Instrument sein.»

Das neue ISO-Komitee, dessen Sekretariat durch BSI geführt wird, soll geeignete Praktiken der wirksamen «Governance» in Organisationen durch Erarbeitung von Normen für alle Aspekte der «Governance» wie Ausrichtung, Steuerung und Verantwortlichkeit konsolidieren und es damit den Organisationen erleichtern, ihr Engagement zu Gunsten ihrer Interessenträger durch sichtbare Belege und Berichterstattung zu untermauern, und das Führungsgremium einer Organisation ermutigen, im Sinne der Aufgaben, Werte und Ziele der Organisation die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Zusätzlich zu dieser übergeordneten Norm für «Governance» prüft das Komitee auch weitere Arbeitsprojekte auf den Gebieten «Whistleblowing», «Compliance» und Korruption. Als Verfasser der bestehenden Normen ISO 37001 für Anti-Korruptions-Managementsysteme und ISO 19600 für Compliance-Managementsysteme profitiert das Komitee von der Mitarbeit der dafür zuständigen Sachverständigen.

Adamson hofft, dass die Arbeit seines Komitees einen Beitrag zum Ziel Nr. 16 der Vereinten Nationen, im Bereich der nachhaltigen Entwicklung, leisten kann, nämlich der Förderung von Frieden, Gerechtigkeit und starken Institutionen durch erhöhte Transparenz und Verantwortlichkeit sowie gute Ausrichtung und Steuerung von Organisationen.

Das Komitee traf sich Mitte November 2016 in London zu seiner ersten Sitzung und mittlerweile haben nicht weniger als 38 Länder ihr Interesse an einer Mitarbeit bekundet. Adamson hebt eines als besonders wichtig hervor: «Es ist sehr ermutigend, dass sich einige Länder wie China, Nigeria und Malaysia dafür engagieren, über sogenannte «Zwillings-Partnerschaften», zusätzliche Führungsaufgaben zu übernehmen.»

Quelle: ISOISO
International Organization for Standardization
News, 2017

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Die Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV) plant zum Thema «Governance in Organisationen» ein entsprechendes neues Normenkomitee in der Schweiz zu gründen. Wenn Sie Interesse am Mitwirken haben, kontaktieren Sie bitte:

Monica Gontovas, E-Mail: monica.gontovassnv.ch, Tel.: +41 52 224 54 12