SNV
03.08.2012
Normung als Schulfach in Europa

Einigkeit unter den Anspruchgruppen: Mehr Europäer sollten die Möglichkeit haben, sich mit Normen und Normung vertraut zu machen.

Unter Wirtschaftskapitänen, Bildungsexperten, Regierungsvertretern und den Institutionen der EU besteht ein breit abgestützter Konsens darüber, dass mehr für die allgemeine Bekanntheit der Normen und der Normung getan werden muss. So lautet die wichtigste Schlussfolgerung einer in Brüssel durch die europäischen Normungsorganisation CEN, CENELEC und ETSI gemeinsam veranstalteten Konferenz über das öffentliche Bewusstsein gegenüber der Normung.

An dieser Konferenz mit dem Titel «First European Dialogue on Education about Standardization» nahmen über 90 Vertreter der Wirtschaft und der Industrie, des Sektors der höheren Bildung, der öffentlichen Hand und der Europäischen Kommission sowie nationaler und europäischer Normungsorganisationen teil. Unter den Teilnehmern herrschte allgemeine Einigkeit darüber, dass Europa einen Rückstand gegenüber anderen Teilen der Welt, insbesondere vielen asiatischen Staaten, aufzuholen hat und es anderswo im Rahmen der universitären und/oder beruflichen Ausbildung mehr Möglichkeiten gibt, sich mit der Normung vertraut zu machen.

Im Vordergrund steht die Notwendigkeit, geeignete Mittel bereitzustellen, um die Vorzüge der Normung für Unternehmen, Branchen und die Gesellschaft insgesamt auf höherer Bildungsebene, in der Weiterbildung und in den Berufsschulen vermitteln zu können. Glücklicherweise hat sich in dieser Hinsicht schon einiges getan. Die Konferenzteilnehmer wurden über positive Beispiele entsprechender Initiativen in der Aus- und Weiterbildung in verschiedenen Ländern (Europas und anderer Kontinente) informiert.

CEN (das Europäische Komitee für Normung), CENELEC (das Europäische Komitee für elektrotechnische Normung) und ETSI (das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen) sind momentan im Begriff, eine gemeinsame Strategie zur Stärkung des öffentlichen Bewusstseins gegenüber der Normung auszuarbeiten. Diese Strategie zielt darauf ab, auf der bestehenden Praxis aufzubauen, relevante Fragen ins Zentrum zu stellen und eine Grundlage dafür zu schaffen, dass in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Anspruchgruppen neue Initiativen entwickelt werden können.

Elena SANTIAGO CID, die Generaldirektorin von CEN und CENELEC, erklärt mit folgenden Worten, wie wichtig es für die Wirtschaft Europas ist, das Thema Normung in die offiziellen Lehrpläne zu integrieren: «Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise ist Europa mehr denn je darauf angewiesen, wettbewerbsfähig und innovativ zu bleiben. Die Normung trägt zu Wettbewerbsfähigkeit und Innovation bei. Deshalb ist es von ausschlaggebender Bedeutung, dass wir die heutigen und die künftigen Arbeitskräfte mit der Normung vertraut machen. In dieser Hinsicht besteht in ganz Europa Handlungsbedarf und diese Frage muss auf allen Ebenen verstanden und angepackt werden.»

Quelle: CEN – CENELEC – ETSI, Pressemitteilung, Brüssel, 29. Juni 2012

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