SNV
Pressetexte
05.09.2012
«Genau geschaut, gut geschützt»

Die Schweiz führt ein neues Gefahrenkennzeichnungs-system für chemische Produkte ein. Sie passt sich damit dem internationalen System «Globally Harmonized System» (GHS) an, das weltweit dieselben Gefahrensymbole verwendet. Um die Bevölkerung zu informieren, startete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am 3. September 2012 die nationale Informationskampagne «Genau geschaut, gut geschützt». Die Kampagne wird unterstützt von privaten und öffentlichen Partnern.

Ziel der nationalen Kampagne ist es, die neue Gefahrenkennzeichnung und deren Bedeutung bekannt zu machen und einfache Verhaltensregeln zum korrekten Umgang mit chemischen Produkten zu vermitteln. Mit dem Slogan «Genau geschaut, gut geschützt» wird die Bevölkerung für die wohl wichtigste und dennoch häufig missachtete Verhaltensregel im Umgang mit chemischen Produkten sensibilisiert: Wer die Hinweise auf der Etikette liest, schützt sich selbst und andere vor Gefahren.

Das BAG führt die Informationskampagne zusammen mit der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS), dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), dem Bundesamt für Umwelt (BAFU), dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), dem Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) sowie privaten Partnern durch.

In den letzten Jahren haben die Vorfälle mit chemischen Produkten im Haushalt zugenommen: Das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum (STIZ) zeigt in der Periode von 2004 bis 2011 eine Zunahme der Beratungen zu Vorfällen mit Haushaltschemikalien von 30%.

Eine Informationskampagne ist nicht nur deswegen wichtig, sondern auch weil immer noch ein Drittel der Schweizer Bevölkerung davon ausgeht, dass chemische Produkte mit Giftklassen gekennzeichnet werden. Die Giftklassen wurden indes bereits 2005 mit der Einführung der orangefarbenen EU-Kennzeichen abgeschafft.  

Gefahren, die von chemischen Produkten ausgehen können, werden neu mit einem international einheitlichen System gekennzeichnet, das von den Vereinten Nationen (UNO) entwickelt wurde. Dieses System umfasst neun Gefahrensymbole, die auf gefährliche Eigenschaften von Chemikalien hinweisen. Die schwarzen Zeichen auf weissem Grund in rotem Rahmen lösen die bisher verwendeten Symbole ab.

Das neue System soll Mensch und Umwelt in der ganzen Welt besser vor den Gefahren von Chemikalien schützen und den Handel mit chemischen Produkten international vereinfachen. Die vollständige Umstellung auf die neue Kennzeichnung erfolgt in der Schweiz schrittweise. Bis Ende 2017 werden im Handel noch Produkte mit der bisherigen Kennzeichnung anzutreffen sein.

Für die Bevölkerung sowie auch Betriebe stehen unter www.cheminfo.ch (d) oder www.infochim.ch (f/i) Broschüren, Merkblätter, Lernmaterialien, Lernfilme und Flyer zum Download zur Verfügung. Im Rahmen der Kampagne wird auch eine kostenlose App für Smartphones lanciert. Die Cheminfo-App liefert Informationen zu den neuen Symbolen, gibt Anweisungen zum korrekten Umgang mit Chemikalien und enthält eine Notruf-145-Funktion, die bei Vergiftungsunfällen und Vergiftungsverdacht betätigt werden kann. Dabei gelangt der Notruf an das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum (STIZ), wo rund um die Uhr unentgeltlich ärztliche Auskunft erteilt wird.

«Genau geschaut, gut geschützt» - eine Kampagne zum verantwortungsvollen Umgang mit chemischen Produkten im Alltag, getragen von:

  • Bundesamt für Gesundheit BAG
  • Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS
  • Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
  • Bundesamt für Umwelt BAFU
  • Bundesamt für Landwirtschaft BLW
  • Schweizerischer Versicherungsverband SVV


 
Adresse für Rückfragen:
BAG, Medienstelle, Telefon 031 322 95 05 oder media@bag.admin.ch

Quelle: Bundesamt für Gesundheit, Bundesamt für Umwelt BAFU

Informationen zum kommenden Seminar im 2013:
Zum Thema Gefahrenkennzeichnungssystem bietet die SNV am 22. März 2013 ein umfassendes Seminar an.

Erfahren Sie die wesentlichen Änderungen des GHS (Globally Harmonized System) und was bei REACh (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) neu zu berücksichtigen ist. Die aktuelle Entwicklung im schweizerischen Chemikalienrecht und welche Massnahmen bei einem Chemieunfall getroffen werden müssen, sind ebenfalls Teil dieser Veranstaltung.

Profitieren Sie von unseren Experten und nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Fragen direkt mit ihnen zu klären.

Bei Fragen steht Ihnen Stefanie Eichenberger gerne zur Verfügung:
+41 (0)52 224 54 43 oder stefanie.eichenbergersnv.ch.

 


  


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