SNV

Water Footprint - ein Schweizer Normenprojekt von grosser internationaler Bedeutung

Drohender Wassermangel ist in einigen Regionen der Welt ein schwerwiegendes Umweltproblem, zu dem wir in der Schweiz möglicherweise beitragen, indem wir Waren aus Gebieten mit Wasserknappheit beziehen, für deren Herstellung viel Wasser verbraucht wurde, beispielweise Nahrungsmittel oder Baumwollkleidung. Seit einigen Jahren laufen verschiedene Versuche, den Beitrag von Produkten oder Organisationen zur Wasserknappheit zu quantifizieren, jedoch gibt es bisher noch keinen internationalen Konsens.

Der Schweizer Projektvorschlag «Water Footprint» war 2009 an der Sitzung des ISOISO
International Organization for Standardization
/TCTC
Technical Committee
207/SCSC
Subcommittee
5 in Kairo als «vorläufiges Projekt» angenommen worden. Danach ist die neue WGWG
Working Group
8 erstmals in Göteborg zusammengetreten, und es wurde im Anschluss an diese Sitzung ein erster Entwurf erstellt. In einer dreitägigen Sitzung der WGWG
Working Group
8 letztes Jahr in León (Mexiko) wurden Kommentare zu diesem Entwurf diskutiert und ein neuer Entwurf erstellt.
Die insgesamt 575 Kommentare zu diesem zweiten Entwurf wurden auf einer weiteren Sitzung der WGWG
Working Group
8 im Januar 2011 in Lausanne, nicht zuletzt wegen der souveränen und umsichtigen Sitzungsleitung unseres Schweizer Convenors Sébastien Humbert, vollständig bereinigt. Mittlerweile liegt ein neuer Entwurf vor. Ausserdem wurde ein neuer Projektantrag an die ISO-Mitglieder zur Abstimmung verschickt, aufgrund dessen bei der nächsten Sitzung Ende Juni in Oslo entschieden werden soll, ob aus dem «vorläufigen Projekt» ein «definitives Projekt» werden soll. Dem Antrag ist der neue Entwurf beigelegt, der bereits so weit ausgereift ist, dass ein positiver Entscheid erwartet werden kann.

Aus dem Entwurf geht klar hervor, dass sich der Water Footprint nicht einfach aus der Aufsummierung der Wasserverbräuche der verschiedenen Prozesse einer Organisation oder eines Produktlebenszyklus ergibt. Vielmehr muss für jeden Prozess über Wichtungsfaktoren ermittelt werden

  • wie gross die Wasserknappheit an dem Ort ist, an dem der Prozess stattfindet;
  • ob das Wasser einem Brunnen oder dem Fliesswasser entnommen ist;
  • wie sehr das Wasser bei seiner Nutzung verschmutzt wurde.


Die Vorstellungen zu den Wichtungsfaktoren der Aufsummierung divergieren noch, jedoch gibt es klare Fortschritte. Weiterhin hat man sich in Lausanne auf eine einheitliche Terminologie geeinigt.

Das Schweizer Projekt ist auf grosses weltweites Interesse gestossen. An den Sitzungen in León haben Vertreter aus 25 Ländern und von 4 Liaisonorganisationen teilgenommen; bei der Sitzung in Lausanne waren es 18 Länder und 6 Liaisonorganisationen. Entsprechend sind auch die Erwartungen an das Projekt sehr hoch: An die Schweizer Projektorganisation, insbesondere an den Convenor und die Sekretariatsführung durch die SNV (Marcel Schulze), werden hohe Anforderungen gestellt, um dieses ehrgeizige Projekt zum Erfolg zu führen.

Das entsprechende Schweizer Spiegelkomitee ist das INBINB
Interdisciplinary stock of standards
/NKNK
SNV Standards Committee
174 «Umweltmanagement».

Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
E-Mail: Rita Schindelholz, Telefon: +41 (0)52 224 54 19

Bereits publizierte Normen zum Thema Umweltmanagement:


Bitte beachten Sie: der Download als PDF kann nach der kostenlosen Anmeldung unter www.mysnv.ch durchgeführt werden.