1950–1960: Strom fliesst aus allen Steckdosen

In den Nachkriegsjahren erleben die Schweiz und Europa einen noch nie da gewesenen Wirtschaftsaufschwung. Die Löhne steigen, und die Lebensverhältnisse verbessern sich deutlich. Der Boom sorgt dafür, dass sich der finanzielle Spielraum für die Haushalte erfreulich ausweitet. Erstmals hat es im Haushaltsbudget der Schweizer Familien neben dem Kauf von Gütern des täglichen Bedarfs auch Platz für Anschaffungen von langlebigen Geräten. Waschmaschinen, Kühlschränke und elektrische Geräte für den Haushalt und das Heimwerken halten in den 1950er-Jahren Einzug in die Wohnungen und Häuser der Schweizerinnen und Schweizer. Diese Jahre waren die Geburtsstunde vieler Haushaltsgeräte, die die Hausarbeit grundlegend veränderten und die uns noch heute die Handgriffe erleichtern. Diese Entwicklung wurde durch die Elektrifizierung möglich.

Was zuvor noch Luxus war, wird für viele erschwinglich. Der Strom fliesst unterdessen standardmässig in allen Haushalten aus der Steckdose. Alles, was mit Kabel erhältlich ist, wird angeschafft und angeschlossen. Der Stromverbrauch nimmt stark zu. Im Jahr 1953 beginnt der Fernsehversuchsbetrieb, 1957 geht der erste Computer an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) in Betrieb, und die Post-, Telefon- und Telegrafenbetriebe (PTT) melden 1959 bereits eine Million Telefonteilnehmer.

Tauchen Sie anhand unserer Bildergeschichte in die Zeit der 1950er-Jahre ein. Eine Zeit, die durch den technischen Fortschritt geprägt war und uns viele Annehmlichkeiten beschert hat, die heute nicht mehr wegzudenken sind. In dieser Zeit wurde so viel erfunden und entdeckt, dass unser modernes Leben sehr viel leichter geworden ist, und manchmal merken wir es gar nicht mehr. Wir verdanken das den Experten, die ihr Leben der Wissenschaft gewidmet haben. Noch heute sorgen sie dafür, dass die Sicherheit elektrotechnischer Produkte und Anlagen gewährleistet ist und diese in vernetzten Systemen kompatibel sind. Die Erkenntnisse sind in anerkannte Normen eingeflossen, welche immer wieder dem Stand der Technik angepasst wurden und werden. Damit leisten sie einen wesentlichen Betrag zur ständigen Weiterentwicklung und Innovation.

Electrosuisse verantwortet die Normung in der Elektrotechnik
Für den Fachbereich Elektrotechnik ist das Comité Electrotechnique Suisse (CES) von Electrosuisse zuständig. Alle im Zusammenhang mit der elektrotechnischen Normung stehenden Aufgaben hat die SNV dem CES übertragen.

Electrosuisse ist der führende Fachverband der Schweiz im Bereich der Elektrizität. Es ist sein Ziel, die Sicherheit von Netzen, Installationen und Geräten zu gewährleisten, seine Mitglieder über die Entwicklung von Wissenschaft und Technik auf allen Teilgebieten der Elektrotechnik auf dem Laufenden zu halten und den Fachdialog zu fördern.

Electrosuisse organisiert und betreut mit seiner Kommission CES in über 90 technischen Komitees die Normung in der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik. Das CES vertritt die Schweizer Interessen auf europäischer und internationaler Ebene. Es ist das nationale Mitglied in den internationalen und europäischen Normungsorganisationen der Elektrotechnik, der IEC und des CENELEC.

Erfahren Sie mehr über die Pioniere der Elektrotechnik und besuchen Sie das Online-Technikmuseum von Electrosuisse, wo Sie auf eine Kollektion von rund 2'500 elektrotechnischer Apparate stossen werden.

Plötzlich überall Strom – dank der Normung sichere Geräte

Erste Kleinwaschmaschine von V-Zug

Die erste Kleinwaschmaschine führt zu massiver Zeit- und Krafteinsparung (V-Zug, 1956).

Waschmaschine für Mehrfamilienhäuser von V-Zug

Die Waschmaschine Unimatic wird speziell für Mehrfamilienhäuser hergestellt (Inserat V-Zug, 1950).

Waschmaschine Adora von V-Zug

Die Waschmaschine Adora erleichtert die Hausarbeit und erhöht den Lebensstandard (V-Zug, 1959).

Elektrogeräte Satrap von Coop

Seit 1955 bietet Coop Elektrogeräte unter der Eigenmarke Satrap an (Coop-Zeitung, Juni 1957).

Elektrische Handwerkzeuge von Scintilla/Bosch

Elektrische Handwerkzeuge eröffnen Handwerkern und Heimwerkern neue Möglichkeiten (Scintilla/Bosch, 1950).

Staubsauger von Scintilla/Bosch

Scintilla aus dem solothurnischen Zuchwil verkauft mit Erfolg Staubsauger (Scintilla/Bosch, 1955).

Haarföhn von Solis

Ein Haarföhn im eigenen Zuhause wird Wirklichkeit (Solis).

Heizdecke von Solis

Die elektrische Heizdecke von Solis ersetzt die schwere Bettflasche (Solis).

Jubiläumskatalog von Solis 1953

Auszug aus dem 45-Jahr-Jubiläumskatalog 1953/54 von Solis (Solis).

Drehschalter aus dem Jahr 1950

Drehschalter aus dem Jahr 1950 von Feller AG Horgen (Technikmuseum electrosuisse).

Wandtelefon von 1955

Wandtelefon aus dem Jahr 1955 von Autophon AG Solothurn (Technikmuseum electrosuisse).

Neue Freizeit dank Haushaltsgeräten

Die neu gewonnene Freizeit wird auf Plakaten und Anzeigen beworben (Schulthess).

Erste vollautomatische Waschmaschine von Merker/Schulthess

Die erste vollautomatische Waschmaschine aus Schweizer Produktion stammt aus Baden (Merker/Schulthess, 1950).

Schweizer Nähmaschine Turissa «novomatic»

Schweizer Nähmaschine Turissa «novomatic» für die moderne Hausfrau (Aus «Wir Brückenbauer» mit freundlicher Genehmigung des Migros-Genossenschafts-Bundes)

Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ)

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war es technisch nicht möglich, grosse Elektrizitätsmengen verlustarm über weite Entfernungen zu transportieren. Das Problem lag im Wechsel zwischen Wechselstrom (AC) und Gleichstrom (DC). AC ist die Stromart, die von Generatoren erzeugt und üblicherweise zur Nutzung elektrischer Geräte verwendet wird. DC wird dagegen für die effiziente Hochspannungsübertragung eingesetzt.

Mechanische Schaltgeräte zum Umwandeln von AC in DC stellten sich als untauglich heraus, und die einzige Alternative, Quecksilberdampfventile, konnte nicht auf den geforderten Spannungsebenen arbeiten. Nach der Weiterentwicklung der Umwandlungstechnologie durch das Vorgängerunternehmen Asea konnte ABB Anfang der 1950er-Jahre die erste kommerzielle HGÜ-Stromleitung der Welt errichten. Sie verband das schwedische Festland mit der Insel Gotland und verschaffte den Inselbewohnern Zugang zu einer zuverlässigen und preiswerten Stromversorgung. Die lokale Wirtschaft blühte auf.

Seit der Installation dieses 100 Kilometer langen, meist unter Wasser verlaufenden Kabels hat ABB die HGÜ-Technik kontinuierlich weiterentwickelt und zum Beispiel die anfälligen Quecksilberdampfventile in den 1970er-Jahren durch Thyristor-Halbleiterventile ersetzt.

Die HGÜ-Technologie von ABB hat die Energieübertragung rund um den Globus revolutioniert. Noch heute zählt ABB mit Siemens und GE Grid Solutions zu den grössten Herstellern von HGÜ-Anlagen.


Quellen: Electrosuisse, ABB, Wikipedia, ETH-Bibliothek

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