1980–1990: «Lange nicht geschnallt» – Die Gurtentragpflicht bringt Sicherheit

Gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu ist der Sicherheitsgurt auch heute noch – trotz allen technischen Fortschritten – die wichtigste Verkehrssicherheitsmassnahme für Fahrzeuginsassen und verdoppelt ihre Chance, einen Verkehrsunfall zu überleben. Heute ist die Gurtentragpflicht eine Selbstverständlichkeit. Bis zu ihrer gesetzlichen Einführung im Jahr 1981 wurde allerdings lange darüber diskutiert und argumentiert.

Die Notwendigkeit des Sicherheitsgurtes wird nicht von Anfang an als solche erkannt und entsprechend lang ist seine Geschichte, die bis in die 1980er-Jahre dauert! Von seiner Erfindung bis zur Einführung vergehen in der Schweiz über 20 Jahre. Bereits im Jahr 1959 geht der Sicherheitsgurt mit einem Volvo-Modell in Serie. 1976 beschliesst der Bundesrat in der Schweiz per Verordnung die Gurtentragpflicht, allerdings hebt das Bundesgericht aufgrund eines Rechtsstreits das Obligatorium wieder auf.

Es werden weitere fünf Jahre benötigt, bis nach der Revision des Strassenverkehrsgesetzes und einer Eidgenössischen Volksabstimmung das Gesetz vom Volk knapp angenommen und ab Juli 1981 eingeführt wird.

Heute ist die Anschnallpflicht für die meisten Menschen in der Schweiz eine Selbstverständlichkeit. Sicherheitsgurte tragen täglich auf unverzichtbare Weise zu unserer Sicherheit bei und sind seit ihrer gesetzlichen Einführung in den 1980er-Jahren weithin anerkannt. Damit Sicherheitsgurte den komplexen sicherheitstechnischen Anforderungen genügen, werden sie auch in der internationalen Normungsarbeit besprochen und standardisiert. In den 1980er-Jahren wird nicht nur die Verkehrssicherheit mit der Gurtentragpflicht erhöht, sondern es findet auch das Airbagsystem – ebenfalls eine Erfindung der 1950er-Jahre – erste wichtige Wege in den Fahrzeugbau (ISO 12097).

Quellen: Wikipedia, www.bfu.ch, ISO, Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik DKE, www.unsplash.com, Standards Norway (Bilder)

 

Bildbeschrieb: Internationale Normen regeln die Dehnung des Gurtbandmaterials bei einer Zugkraft von 11 kN und die Bruchfestigkeit des Gurtbands (ECE R-16).

Die 1980er-Jahre als Geburtsstunde des Informationszeitalters
Der Beginn des Informationszeitalters wird auf die frühen 1980er-Jahre datiert. Die Computertechnologie macht grosse Fortschritte, IBM lanciert den ersten Personal Computer und die Menschen reissen sich um neue Erfindungen wie Anrufbeantworter, Mikrowellenherd und CD-Spieler. Der neue Tonträger Compact Disc ( CD) wird bis Ende der Dekade die Schallplatte verdrängen und sich als neue Technologie durchsetzen (SN EN 60908). Auch das Internetprotokoll TCP/IP findet seine weltweite Verbreitung und wird zum Standard für Vernetzung (SN EN 62457).

Unsichtbare Helfer sorgen für Sicherheit und reibungsloses Zusammenspiel im Alltag
Heute verlassen wir uns beim Anschnallen im Auto auf die Sicherheit von Fahrzeuggurten, und wir benutzen täglich unzählige Gegenstände, die uns erst dank standardisierter Regelungen, Verfahren und Prozesse absolut unbemerkt Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit garantieren.

Normen begleiten uns im täglichen Leben

CD

Die CD verdrängt bis Ende der 1980er-Jahre die Schallplatte (SN EN 60908).

TCP/IP

TCP/IP wird in den 1980er-Jahren zum Standard für Netzwerkprotokolle (SN EN 62457).

Zahnpasta

Der international standardisierte RAD-Wert («Relative Dentin Abrasions») stellt sicher, dass die Zahnpasta unsere Zähne reinigt, ohne sie zu schädigen. Empfohlen wird ein Wert zwischen 30 und 70 (SN EN ISO 11609).

Zahnbürsten

Zahnbürsten können unbesorgt benutzt werden, weil sie keine giftigen Stoffe enthalten und auch die Borsten selbst bei einer starken Zugkraft von 15 Newton nicht ausfallen (SN EN ISO 20126).

Nuggi

Beissfest, ungiftig und atmungssicher: Der Nuggi für Säuglinge und Kleinkinder entspricht sicherheitstechnischen Anforderungen und Prüfverfahren (SN EN 1400).

Rettungsschilder

International abgestimmt sind auch Rettungsschilder, z. B. für Notausgänge, Fluchtwege und Defibrillatoren (ISO 3864).

Fahrradhelm

Der Fahrradhelm schützt den Kopf bei einem Aufprall bei 19,5 km/h (SN EN 1078).

Sonnenbrillen

Sonnenbrillen erfüllen grundlegende Sicherheitsanforderungen, wenn sie nach den europäischen Standards produziert wurden (SN EN ISO 12312-1).

Personenlift

Ob Mindestmasse, Installationsvorschriften oder Bedienelemente – im Personenlift sind diverse Details mittels Normen geregelt.

Schokolade

Dass die Kakaobohnen für Schokolade zurückverfolgt werden können, garantiert ebenfalls eine Norm (DIN EN ISO 34101-1).

Stellen Sie sich eine Welt ohne Normen vor

Treppenstufen

Erschwertes Laufen auf einer nicht genormten Treppe durch unterschiedliche Höhe der Stufen (Quelle: Standards Norway)

Kreditkarte

Kreditkarte und Kartenlesegerät sind nicht kompatibel. (Quelle: Standards Norway)

Parkplatz

Nicht genormter Parkplatz mit Parklücken unterschiedlicher Grösse und Formen (Quelle: Standards Norway)

Ampel

Gefahr durch eine nicht genormte Ampel an einem Zebrastreifen (Quelle: Standards Norway)

Uhrzeit

Erschwerte Lesbarkeit der Uhrzeit durch nicht genormte Anzeige der Ziffern (Quelle: Standards Norway)

Personenlift

Nicht genormte Personenlifte mit zu schmaler Tür (Quelle: Standards Norway)

Ziffernblock

Nicht genormter Ziffernblock auf Smartphone erschwert Nummerneingabe. (Quelle: Standards Norway)

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