20.01.2021 // Neue Normen und Produkte

Die Temperaturen steigen

Das Klima befindet sich in einem Notstand. Aber es gibt noch vieles, was wir tun können.

Die weltweiten durch COVID-19 verursachten Lockdowns versprachen eine Reduktion der Treibhausgasemissionen und somit Hoffnung für den Planeten. Doch dies reichte nicht aus. Die Kohlendioxidwerte waren höher als je zuvor. (Quelle: news.un.org) Das ist kaum überraschend, wenn man bedenkt, dass 2020 von einigen der heftigsten Wetterlagen überhaupt geprägt war. Verheerende Wirbelstürme und Taifune in Südostasien, Waldbrände, die in Australien und Kalifornien wüteten, und lebensbedrohliche Überschwemmungen in Zentralafrika ergänzen die Liste.

Neuseeland hat sich kürzlich den über 1800 Gebietskörperschaften (Quelle: climateemergencydeclaration.org) angeschlossen, die den «Klimanotstand» deklarierten, und doch scheinen die Verpflichtungen, welche Regierungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zum Schutz unseres Planeten eingegangen sind, immer mehr wie leere Versprechungen. Am fünften Jahrestag des Pariser Abkommens von 2015 müssen nicht nur Regierungen die Initiative ergreifen, sondern auch einzelne Organisationen. Was kann Ihr Unternehmen tun, um die Umweltbelastung zu reduzieren und zur Erreichung von Netto-Null-Emissionszielen beizutragen?

Entwicklung einer sauberen, grünen Kultur
Wenn eine Organisation dem Umwelteinfluss oberste Priorität verleiht und ihn in alle Aspekte der Strategie miteinbezieht, ist dies eine gute Voraussetzung für eine positive Veränderung. Die Erkenntnis darüber, wie das Unternehmen momentan die Umwelt beeinflusst – sei es positiv oder eher nicht – ist ein wichtiger Schritt. Es schafft ein Bewusstsein darüber, wie mit Ressourcen umgegangen wird und welche Aktivitäten die grössten Schäden anrichten.

Solide, objektive Prozesse, um all dies herauszufinden, sind die Grundlage eines Umweltmanagementsystems (UMS) wie die SN EN ISO 14001. Umfassende Informationen darüber, wie sich Umweltthemen identifizieren, verwalten, überwachen und regulieren lassen, führen oft zu einem effizienteren Verbrauch von Ressourcen, einer besseren Abfallwirtschaft, weniger Verschmutzung und sogar zu Kostenreduktionen. Zudem verfolgt ein wirksames UMS einen ganzheitlichen Ansatz, sodass verbesserte Ergebnisse in einem Bereich nicht zu Verschlechterungen in einem anderen führen.

Berechnung des CO2-Fussabdrucks
Was sich nicht messen lässt, lässt sich nicht ändern. Eine international anerkannte Vorgehensweise ist von Vorteil, weil die Zahlen dadurch vergleichbar werden und für Anleger und Stakeholder beim Lesen der Jahresberichte einen Sinn ergeben.

Ein Werkzeug dafür ist die Normenreihe SN EN ISO 14064. Die dreiteilige Reihe orientiert sich am Treibhausgasprotokoll (GHG Protocol) und ist mit den meisten GHG-Programmen vereinbar. Sie macht Angaben zur Quantifizierung, Überwachung und Validierung von Treibhausgasemissionen und wird ergänzt durch die SN EN ISO 14067, welche die Prinzipien, Anforderungen und Richtlinien zur Quantifizierung und Berichterstattung über den CO2-Fussabdruck von Produkten festlegt.

Ergreifen von konkreten Massnahmen
Auch wenn einer Organisation bewusst ist, wie sie in Sachen Umwelteinfluss abschneidet, ist es manchmal schwierig zu erkennen, welche konkreten Massnahmen ergriffen werden können. Einen Rahmen und eine Reihe von Leitprinzipien zu haben, kann einem Unternehmen dabei helfen, Massnahmen zu erkennen, die nicht nur wirksam, sondern auch im Hinblick auf sein gesamtes Handeln sinnvoll sind.

Normen wie die ISO 14080 «Management von Treibhausgasen und zugehörige Tätigkeiten – Grundsätze und Prinzipien für Entwickler von Methoden hinsichtlich klimarelevanter Massnahmen» unterstützen Unternehmen darin, ihre eigenen einheitlichen und vergleichbaren Methoden im Kampf gegen den Klimawandel zu entwickeln. Dies wiederum hilft, Massnahmen und Prozesse zur Erreichung der Ziele zu identifizieren, zu evaluieren und zu begründen.

Die ISO 14080 wurde unter Mitwirkung von Schlüsselorganisationen wie dem Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) und der Weltbank entwickelt, um sicherzustellen, dass die Normen mit internationalen Verpflichtungen und Zielen in Einklang stehen.

Steigerung der Energieeffizienz
Die Art und Menge an Energie, die eine Organisation verbraucht, kann einen enormen Einfluss auf ihren CO2-Ausstoss haben. Aber wo soll man beginnen? Über gute Strategien für einen effizienten Energieverbrauch zu verfügen ist ein guter Startpunkt. Aber eine Organisation braucht klare, messbare Ziele und eine Methode, um zuverlässige Daten zu generieren. Ausserdem muss sie laufend auf Verbesserungsmöglichkeiten überprüft werden.

Wenn das alles etwas kompliziert klingt, könnten klare Prozesse und Richtlinien helfen, dies in die Tat umzusetzen. So beschreibt etwa die SN EN ISO 50001 ausführlich, wie sich ein Energiemanagementsystem aufbauen lässt, das solche Strategien, Messungen und stetige Verbesserungen beinhaltet. Es bietet auch die Möglichkeit, den Mitarbeitenden, Kunden, Investoren und anderen Interessenvertretern aufzuzeigen, wie ernst ein Unternehmen Energieeffizienz nimmt und dass es über solide Strategien verfügt.

Investition in eine sauberere, grünere Zukunft
Die Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV) arbeitet momentan an der Entwicklung einer internationalen Norm zu Treibhausgasen mit. Diese Norm beschäftigt sich mit der Quantifizierung und dem Reporting von Treibhausgasemissionen von Transportketten. Daneben ist die SNV mit ihren Expertinnen und Experten in den verschiedenen Komitees vertreten, welche sich mit Normen im Umweltbereich befassen. Beispiele dafür sind «Circular Economy» oder auch «Sustainable Finance».

Möchten Sie ebenfalls bei der internationalen Weiterentwicklung von der Norm mitwirken? Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kommentare? Dann melden Sie sich.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Lukas Möhr, , Tel: +41 52 224 54 23

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