26.03.2014 // Allgemeine News

Intelligente Transportsysteme

Diese Normen lassen Autos miteinander sprechen

Anlässlich des 6. ETSI-Workshops über intelligente Verkehrssysteme im Februar in Berlin haben CEN und ETSI bestätigt, dass die von der Europäischen Kommission im Jahr 2009 angeforderten Grundnormen für kooperative intelligente Verkehrssysteme mittlerweile genehmigt und veröffentlicht worden seien. Die von CEN und ETSI erarbeiteten so genannten «Spezifikationen der Version 1» sollen es möglich machen, dass Fahrzeuge verschiedener Hersteller untereinander und mit den Strasseninfrastruktursystemen kommunizieren.

Die Anwendung der neuen Spezifikationen durch Fahrzeughersteller sollte zur Verhinderung von Unfällen im Strassenverkehr beitragen. Dies soll durch Warnmeldungen – z.B. wegen Fahrens in die falsche Richtung oder hinsichtlich der Gefahr einer Kollision auf einer Kreuzung – bzw. Vorankündigungen von Baustellen, Staus oder anderen möglichen Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit ermöglicht werden. Das Fernziel einer sicheren und intelligenten Mobilität soll mittels drahtloser Kommunikationstechnik zur Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur und zur Echtzeit-Erkennung potenzieller Risiken erreicht werden.

Angesichts der Tatsache, dass auf Europas Strassen heute über 200 Millionen Fahrzeuge verkehren und im Verkehrssektor ca. 13 Millionen Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, ist es von grösster Bedeutung, dass die europäische Automobilindustrie eine führende Rolle in der Nutzung neuer Technologien spielt. Die nächste Generation «vernetzter Autos» kann aber nur mittels gemeinsamer technischer Spezifikationen z.B. in Bezug auf die Funkfrequenzen und die Meldungsübermittlungsformate funktionieren. Deshalb beschloss die Europäische Kommission im Jahr 2009, CEN und ETSI einen offiziellen Auftrag zur Erarbeitung einer kohärenten Reihe von Normen, Spezifikationen und Richtlinien zur Unterstützung der Umsetzung und Einrichtung kooperativer intelligenter Verkehrssysteme in ganz Europa zu erteilen.

Die zuständigen technischen Komitees von CEN und ETSI, in denen die Normen für kooperative intelligente Verkehrssysteme (C-ITS) erarbeitet werden, bestehen aus Sachverständigen führender Unternehmen in der Automobilindustrie wie Hersteller und deren Zulieferer sowie Anbieter und Betreiber von Infrastruktursystemen. CEN und ETSI sind aktuell im Begriff, das nächste Normenpaket (Version 2) zu erarbeiten. Die Normungsarbeit wird unterstützt durch von der Europäischen Union finanzierte Forschungsprojekte wie eCoMove, Drive C2X und COMeSafety sowie PlugtestsTM-Interoperabilitätsversuche des ETSI.

Die Betreiber der Strasseninfrastruktur und die Automobilindustrie koordinieren ihre Anforderungen über Institutionen wie die Amsterdam Group, ERTICO – ITS Europe und das CAR 2 CAR Communication Consortium und lassen sie über diese Kanäle direkt in die Normungskomitees einfliessen. Durch internationale Zusammenarbeit mit der ISO, dem IEEE und der SAE wird die weltweite Harmonisierung des Einsatzes intelligenter Verkehrssysteme in den verschiedenen Regionen sichergestellt.

Auf Europas Strassen soll es erstmals im Jahr 2015 miteinander vernetzte Autos geben. Die zuständigen Behörden Österreichs, Deutschlands und der Niederlande haben eine Zusammenarbeit zur Einrichtung der nötigen Infrastruktur entlang der Strecke Rotterdam-Wien (über Frankfurt) vereinbart.

«Wir freuen uns über die Nachfrage seitens der Industrie und die starke Unterstützung, die wir von der Europäischen Union bekommen», sagt Luis Jorge Romero, der Generaldirektor des ETSI. «Die Normen für intelligente Verkehrssysteme bringen die nächste Generation von Fahrzeugen auf den neusten Stand der Technik, erleichtern das Fahren, machen die Strassen sicherer und reduzieren die Verkehrsstaus.»

«Geeignete Normen für kooperative intelligente Verkehrssysteme sind eine Grundvoraussetzung für die Herstellung der nächsten Generation vernetzter Autos in Europa», erklärt Elena Santiago Cid, die Generaldirektorin von CEN und CENELEC. «Die Spezifikationen der Version 1 werden unter realen Fahrbedingungen geprüft und können bei Bedarf nachgebessert werden.»

Die Vorgeschichte
Die Europäische Union veröffentlichte im Jahr 2008 einen Aktionsplan zur Einführung intelligenter Verkehrssysteme in Europa. Ein Jahr später beauftragte sie die europäischen Normungsorganisationen damit, harmonisierte Normen für die Einführung intelligenter Verkehrssysteme und insbesondere kooperativer Systeme zu erarbeiten. Im Lauf des Jahres 2013 vervollständigten ETSI und CEN das Normenpaket der Version 1. Die weitere einschlägige Normungsarbeit wird durch den fortlaufenden Aktionsplan für die Normung intelligenter Verkehrssysteme der Europäischen Kommission unterstützt.

ETSI erarbeitet weltweit gültige Normen für Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) wie Festnetz-, Mobilfunk-, Luftfahrt-, Radio- und Fernseh-, Internet- oder konvergente Anwendungen und wird von der Europäischen Union offiziell als europäische Normungsorganisation anerkannt. ETSI ist ein unabhängiger und gemeinnütziger Verband mit über 700 Mitgliedsfirmen und  organisationen aus 62 Ländern und 5 Kontinenten, welche den Inhalt der Arbeitsprogramme bestimmen und sich direkt daran beteiligen.
Weitere Informationen zu ETSI sind unter www.etsi.org abrufbar.

CEN (das Europäische Komitee für Normung) entwickelt Europäische Normen, die aus anzuwendenden Spezifikationen und Verfahren für eine breite Palette an Produkten und Dienstleistungen bestehen. Mitglied des CEN sind die nationalen Normungsgremien von 33 europäischen Staaten, nämlich sämtlicher Mitglieder der EU, der 3 EFTA-Staaten (Island, Norwegen und die Schweiz) sowie der 2 EU-Bewerberländer (Türkei und ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien). Von CEN genehmigte Europäische Normen (EN) werden in allen diesen Ländern akzeptiert und anerkannt.
Weitere Informationen zu CEN sind unter www.cen.eu und www.cencenelec.eu abrufbar.

Quelle: CEN/CENELEC, Pressemitteilungen 2014

Weitere Informationen zum Thema: normnullung@snv.ch

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