02.11.2020 // Medienmitteilungen

Schweizerische Normen-Vereinigung setzt sich für einheitliche Anforderungen an Stoffmasken ein

Medienmitteilung vom 2. November 2020

Fast jeder trägt sie in letzter Zeit: bunte Gesichtsmasken aus Stoff. Solche, häufig aus Stoff gefertigten Masken, die oft auch als «Community Masken» bezeichnet werden, können in fast allen Geschäften gekauft werden. Doch schützen die Community Masken auch wirklich vor der Übertragung des Coronavirus? Unter den Herstellern und Verbrauchern herrscht Unsicherheit. Zurzeit ist «Community Maske» kein geschützter oder gesetzlich definierter Begriff. Daher ist es allen erlaubt unter dem Schlagwort «Community Maske» diese Produkte zu verkaufen, egal, wie gut die Maske die Trägerin oder den Träger und die Umgebung vor Tröpfchen oder Aerosolen schützt. Was fehlt, ist eine einheitliche Norm.

Zurzeit existiert in der Schweiz noch keine Norm für Community Masken. Dies wäre jedoch wichtig, da eine Norm definieren könnte, welche Anforderungen die Community Masken und die zugehörigen Testverfahren erfüllen müssen. Sobald es einheitliche Testverfahren gibt, können die unterschiedlichen Masken hinsichtlich verschiedener Parameter wie beispielsweise der Filtereffizienz miteinander verglichen werden. Durch den Vergleichswert hätten die Konsumentinnen und Konsumenten beim Kauf der Masken einen Anhaltspunkt und könnten beurteilen, welche Community Masken qualitativ hochwertig sind und welche nicht.

Wie ist der aktuelle Stand?
Auf nationaler Ebene wurden die ersten Empfehlungen zu Mindestanforderungen an Community Masken in einem Empfehlungspapier der Swiss National COVID-19 Science Task Force herausgegeben. Ausserdem hat die Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV) eine Initiative zur schnellstmöglichen Ausarbeitung eines nationalen normativen Dokuments gestartet. Während eines Round Table am 24. September 2020 tauschten sich diverse Interessenvertreterinnen und -vertreter aus der Industrie und von Forschungsinstituten erstmals in einer offenen Diskussion über Community Masken aus. Am 22. Oktober 2020 folgte das erste Treffen der Interessenvertreterinnen und -vertretern, welche aktiv an der Ausarbeitung eines nationalen normativen Dokuments mitwirken wollen.

Für alle Anspruchsgruppen ist klar: Eine schnelle Lösung wird benötigt, um Klarheit für Produzenten, Prüfinstitute und Konsumentinnen und Konsumenten zu schaffen. Da die Erarbeitung einer Norm sehr zeitintensiv ist, hat sich die Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV) entschieden mit den interessierten Organisationen und Unternehmen eine Schweizer Regel zu erarbeiten. Für eine Schweizer Regel spricht, dass sie im Vergleich zu einer Schweizer Norm weniger prozedurale Vorschriften kennt. Denn die öffentliche Vernehmlassung ist optional und der Konsens wird in der Arbeitsgruppe gebildet, was eine Zeitersparnis von mindestens drei Monaten bedeutet.

Am 29. Oktober 2020 hat man sich auf den Anwendungsbereich des normativen Dokumentes geeinigt. Der Anwendungsbereich definiert den Umfang der Schweizer Regel. Die Arbeitsgruppe ist sich einig, dass die Schweizer Regel Anforderungen an Design, Leistung, Testmethoden und Wiederverwendbarkeit von Community Masken festlegen soll.

Einfluss auf das Europäische Komitee
Das Europäische Komitee für Normung (CEN) hat in einer CEN-Workshop-Vereinbarung erste Mindestanforderungen und Testmethoden für Community Masken festgelegt. Eine entsprechende Technische Spezifikation (TS) ist auf europäischer Ebene in Arbeit. Doch warum warten Schweizer Produzenten und Konsumenten nicht einfach die Fertigstellung der Norm auf Europäischer Ebene ab? Die Ausarbeitung eines eigenen normativen Dokuments für Community Masken birgt für die Schweiz den Vorteil, dass weniger Interessenvertreterinnen und -vertreter beteiligt sind, die Veröffentlichung im Vergleich zum europäischen Verfahren schneller vonstattengehen kann und die Anforderungen an das Dokument spezifisch auf die Schweiz zugeschnitten werden können. Sofern die Schweizer Regel (SNR) früh genug fertiggestellt wird, kann sie bei der Erarbeitung der europäischen Technischen Spezifikation (TS) berücksichtigen werden.

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
SNV-Medienstelle, , Tel: +41 52 224 54 22

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