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Präzis! Noch präziser – das ISO GPS Normensystem

Die Ansprüche an die Genauigkeit bei der industriellen Fertigung sind enorm gestiegen. Die Grenzen zwischen Makro- und Mikroabweichung verschwinden zunehmend, so dass alle Schritte der Produktentwicklung auf die modernen Produktions- und Prüfmethoden abgestimmt werden müssen. Die «klassische» technische Zeichnung wird zunehmend von digitalen Produktspezifikationen abgelöst.

Digitale Informationen müssen sowohl für die Produktion als auch für die Qualitätssicherung genutzt werden können. Deshalb braucht es verbindliche geometrische Produkt-Spezifikationen (GPS). Die Internationale Organisation für Normung ISOISO
International Organization for Standardization
liefert dazu die Grundlagen, mit dem ISOISO
International Organization for Standardization
GPS Normensystem. Für Betriebe, die mit der laufenden Digitalisierung Schritt halten wollen, ist deren Anwendung unumgänglich.

Der Werkzeugkasten ISOISO
International Organization for Standardization
GPS umfasst derzeit 146 Normen, mit welchen alle relevanten geometrischen Merkmale beschrieben werden können. Es handelt sich dabei um ein neuartiges, regelbasiertes Normenwerk zur eindeutigen Beschreibung der Makro- und Mikrogeometrie eines Bauteils mittels technischer Produktspezifikation. Definiert sind unter anderem die dimensionelle und geometrische Tolerierung, die Oberflächenbeschaffenheit, Profil und Fläche. Zudem ist der Verifikationsprozess und die Anforderung an die Messmittel genau beschrieben. Kurz gesagt, das ISOISO
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GPS Normensystem ist neuartig, äusserst umfangreich, und weit entwickelt.

In der Praxis müssen die Standardfestlegungen oft firmenspezifisch angepasst werden. Für die betroffenen Unternehmen stellt die betriebliche Einführung einen längerfristigen und herausfordernden Prozess dar. Die Workshops und Seminare der Schweizerischen Normen-Vereinigung (SNV) gehen auf die konkreten Herausforderungen der Praxis ein und zeigen passende Lösungen auf. Die SNV unterstützt Unternehmen, die das ISOISO
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GPS Normensystem in ihrem Betrieb umsetzen wollen, auch in Form von massgeschneiderten lnhouse-Seminaren vor Ort und mit Beratungen.

Bestellen Sie die Fachmodule bequem im SNV-Onlineshop

Workshops und Seminare zu ISOISO
International Organization for Standardization
GPS:

Die Grundanforderungen werden im Seminar «Einführung in das ISO GPS Normensystem» mit möglichen Szenarien zur betrieblichen Umsetzung besprochen.

Mit unseren Klassikern in den Bereichen «Erstellen Normgerechter Technischer Zeichnungen» (am 27. und 28. September) und «Form- und Lagetoleranzen» (am 13. und 14. Juni und am 29. und 30. November)  zielen wir auf die Vertiefung von bereits vorhandenen Kenntnissen im Bereich ISOISO
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GPS ab.

Wenn Sie  einen unserer Klassiker besucht haben und in diesem Thema weiterkommen wollen, empfehlen wir Ihnen das «Aufbauseminar ISO GPS» (am 26. September und am 9. November) oder den «ISO GPS Workshop» (12. Juni).

Für alle Entscheider und Leitungspersonen sowie deren Mitarbeitende bieten wir den Informationsanlass «Nutzen des ISO GPS-Systems im Unternehmen» (am 14. Juni) an, um auf die Vorteile und die Herausforderung bei der Integration eines intelligenten Toleranzenmanagements aufmerksam zu machen. 

Bei Fragen kontaktieren Sie gerne unsere Ansprechperson von SNV Academy:
Christof Schönenberger, christof.schoenenbergersnv.ch, Tel. +41 52 224 54 36

4 Fragen an Mathias von Flüe, Vorsitzender SWISSMEM/NK 1 «Technische Produktspezifikation (TPS)» seit 2013

SNV: Welche Herausforderung stellt die Einführung der neuen ISOISO
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GPS Normen für Sie als Komitee-Vorsitzender dar?

Mathias von Flüe: Das ISOISO
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GPS Normensystem ist mittlerweile ziemlich komplex und kaum eine Person ist in der Lage sämtliche Normen zu kennen und fachlich beurteilen zu können. Denn die aktuell 146 Normen sind alle auf irgendeine Weise miteinander verknüpft und können nicht lose voneinander betrachtet werden.
Um auf dem Stand der Technik zu bleiben, habe ich den Schwerpunkt auf das Thema der geometrischen Spezifikation gesetzt. Glücklicherweise haben wir im Normenkomitee einige Verifikationsspezialisten, so dass wir uns gut ergänzen.
Eine zusätzliche Herausforderung ist die mangelnde Bereitschaft der Firmen, ihre Fachexperten für Normierungstätigkeiten freizustellen, welche nicht direkt mit ihrem Produkt verknüpft sind, wie eben das Thema ISOISO
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GPS eines ist.

Welchen Hauptnutzen erhalten Schweizer Industrieunternehmen mit der Einführung des neuen ISOISO
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GPS Normensystems?

Kosteneinsparung
ISOISO
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GPS hilft Mehrdeutigkeiten von der Funktion, über die Spezifikation bis hin zur Verifikation zu erkennen und zu reduzieren. Wir reden hier über das Beherrschen von Unsicherheiten. Durch konsequentes Tolerieren nach ISOISO
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GPS sollte es möglich sein, die Toleranzfelder zu vergrössern und dennoch die Funktion sicherzustellen. Entgegen der landläufigen Meinung verteuern nicht Form- und Lagetoleranzen ein Produkt, sondern die Grösse des Toleranzwertes.



Bildlegende: Spezifiziertes Modell mittels ISOISO
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GPS Angaben


Internationalität
Insbesondere Schweizer Unternehmen sind stark globalisiert, d.h. sie führen eine interne globale Arbeitsteilung oder beschaffen ihre Komponenten international. Umso wichtiger ist eine einheitliche globale technische Sprache. Auf die Dauer können es sich auch die grossen Konzerne nicht leisten, eigene umfangreiche interne Normenwerke in diesem Thema aufrecht zu erhalten. Neben dem ISOISO
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GPS System gibt es auf internationaler Ebene nur noch das US System nach ASME Y14.5 für die technische Kommunikation.

Rechtssicherheit
Zum ersten Mal werden in der Grundnorm ISOISO
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8015:2011 die Verantwortlichkeiten geregelt. Der Konstrukteur ist in der Pflicht, die Funktion möglichst präzis mittels Spezifikation (Mass, Ort, Richtung, Form, usw.) zu beschreiben. Die Messunsicherheit liegt in der Verantwortung derjenigen Partei, welche den Nachweis der Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung der Spezifikation mit der Verifikation führt, in der Regel ist dies die Qualitätssicherung.
Also liegen Mehrdeutigkeiten auf der Zeichnung, welche die Funktion beeinträchtigen könnten, in der Verantwortung der in Auftrag gebenden Firma. Deshalb tun sich Komponenten- und Systemhersteller gut daran, ihre Teile genau zu spezifizieren. In diesem Zusammenhang wäre noch wichtig zu erwähnen, dass die oben thematisierte Verantwortung im ersten Schritt nichts mit dem juristischen Begriff «Produktsicherheit« oder «Produkthaftung» zu tun hat.

Welche Berufsgruppen arbeiten hauptsächlich mit dem neuen ISOISO
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GPS Normensystem?
Da das ISOISO
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GPS System schon bei der funktionellen Idee bis hin zum funktionierenden Produkt eingesetzt wird, betrifft es viele Bereiche einer industriellen Firma wie allgemeiner Maschinenbau, Automobilbau, Optik, CMS, z.T. Anlagenbau, usw. Der Prozess beginnt bereits bei der Offertphase, dann weiter mit dem Engineering, anschliessend die AVOR (Arbeitsvorbereitung), der Einkauf, die Fertigung, der Wareneingang, die Montage und endet schliesslich bei der Qualitätssicherung.

Wie weit ist die Schweizer Wirtschaft um das Wissen und die Einführung/Umsetzung des ISOISO
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GPS Normensystems?
Und im Vergleich zu z.B. Deutschland? Oder USA?
Ich erlaube mir zu behaupten, dass ohne ISOISO
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GPS kein digitalisierter Designprozess unabhängig des Kommunikationsmediums möglich ist. Viele Firmen betreiben mit dem CAD «nur» digitalisiertes Zeichnen. Zudem wird viel über Industrie 4.0 geredet, jedoch wird dieser Begriff oft auf eine automatisierte Fertigung und Montage reduziert. Leider sind diese Tatsachen vielen Entscheidungsträgern nicht bewusst. Es werden immer mehr Konstrukteure auf den ISOISO
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GPS Standards geschult, jedoch fehlt derzeit eine gesamtheitliche Umsetzung in den Betrieben.
Die ISOISO
International Organization for Standardization
GPS Roadmap will genau diese Thematik aufgreifen und kanalisieren.
Weder Deutschland noch die USA sind in diesem Thema Vorreiter, sondern Frankreich. Die Franzosen setzen ISOISO
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GPS auf universitärer Ebene seit Mitte der 90iger Jahre bereits um und sind mit der industriellen Umsetzung schon weit fortgeschritten. Die US-Amerikaner bieten jedoch über ASME ein mehrstufiges Qualifikationssystem für ihre GD&T Normen an. Ein solches System würde ich auch für die Schweiz begrüssen, denn es wäre unabhängig vom Schweizerischen EFZ Diplom und international nachvollziehbar.


Ihr Ansprechpartner zu diesem Thema:
Marcel Schulze, E-Mail: marcel.schulzesnv.ch, Tel.: +41 52 224 54 24