SNV-Story #3: Touring Club Schweiz (TCS)

Wichtigste Institution in Sachen Mobilität

Der TCS gilt in der Schweiz als DIE Institution schlechthin, wenn es um Mobilität geht. Seit 125 Jahren befasst sich die Organisation mit Fragen rund um die Fortbewegung der Menschen. Fast jeder Erwachsene weiss, dass er bei einer Fahrzeugpanne den TCS rufen oder sich auf die Bewertung des TCS in Sachen Fahrzeugtest verlassen kann. Seine unabhängigen Tests von Fahrzeugen, Reifen und Kindersitzen gelten schweizweit bei Konsumentinnen und Konsumenten und den Medien als zuverlässige und aussagekräftige Quelle. Warum das TCS-Testteam praktisch täglich mit Normen in Berührung kommt, wollen wir mit diesem Beitrag aufzeigen.

Das TCS Test Lab wird von der Mobilitätsberatung in Schönbühl BE betrieben. Hier gibt es Platz und Infrastruktur, um Fahrzeug-, Komponenten- und Produkttests zu entwerfen und durchzuführen. Tests neuer Technologien und Fahrzeuge, Energiespeicher, Verbrauchs- und Reichweitentests für Zweiräder und Autos werden aufgebaut und erweitern den Horizont der klassischen Fahrzeugtests.

Normen als Basis für das TCS Test Lab
Für Testlabore stellen Normen eine wichtige Basis dar, um sich beim Testen auf einheitliche und allgemein gültige Anforderungen abzustützen. Dies ist auch beim TCS der Fall, wie Erich Schwizer, Experte Mobilitätsberatung beim TCS Test Lab, bestätigt. Die Tests rund um die Mobilität werden mehrheitlich im TCS Test Lab in Ittigen durchgeführt. Es wurde im Jahr 2020 neu eingerichtet und lässt das Herz eines jeden Labormitarbeiters höher springen. Hier sind Vorbereitung und Auswertungen von fast allen denkbaren Untersuchungen möglich – von Tests an Elektrovelos, Drohnen und Personenwagen bis zur Abgasmessung von ultrafeinen Feinstaubpartikeln.

Im Testlab werden fast täglich Tests vorbereitet oder durchgeführt. Dazu definiert das Testteam als erstes die entsprechenden Grundlagen. Basis sind praktisch immer die bestehenden Normen aus dem betroffenen Bereich, z. B. die SN EN 15194 bei E-Trekkingbikes, denn diese stellen sicher, dass die grundsätzlichen Anforderungen einheitlich gewählt werden. Je nach Testziel und Testobjekt entscheiden Erich Schwizer und seine Teamkolleginnen und -kollegen anschliessend, welche zusätzlichen Kriterien geprüft werden sollen.

Jährlicher Kindersitztest
Er erklärt den Prozess anhand des viel beachteten Kindersitztests, der vom TCS jährlich seit 1968 durchgeführt wird und in der Schweiz eine hohe Beachtung geniesst. Junge Eltern wollen schliesslich nur das Beste für ihren Nachwuchs und deshalb ist es ihnen verständlicherweise besonders wichtig, dass ihr Kind sicher und bequem mit auf die Fahrt geht. Die Aufgabe des Testteams ist somit nicht nur, die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zu überprüfen, sondern vielmehr auch die Handhabung und beispielsweise die Hautverträglichkeit der Sitze zu prüfen. Normen kommen in diesem Fall bei der Schadstoffprüfung zur Anwendung. Solche sind beispielsweise die SN EN 71-3 und die SN EN 71-9+A1 «Sicherheit von Spielzeug» sowie die SN EN ISO 14184 «Textilien - Bestimmung des Gehaltes an Formaldehyd». Einmal jährlich werden die Resultate publiziert, die aktuellsten sind im gemeinsamen Ratgeber TCS und bfu «Auto-Kindersitze 2020» nachzulesen. Die Empfehlung vom TCS im Sinne von «hervorragend» oder «sehr empfehlenswert» ist für die Anbieter eine unbezahlbare Auszeichnung, wohl besser als jedes Marketingargument.

Impressionen vom Einbautest:

Prüfer geht die Liste durch.

Impressionen vom Einbautest:

Passen die Kindersitze ins Fahrzeug?

Praktische Anwendung:

Stramme und standsichere Montage möglich.

Videobeschreibung: Beurteilung der Schutzwirkung bei Frontalkollision mit 64 km/h mittels Beschleunigungssensoren und Videoanalyse.

Immer mehr Notlauf-Reifen im Einsatz
Wir haben Erich Schwizer gefragt, ob er aufgrund seiner langjährigen Erfahrung in der Anwendung von Normen eine bestimmte Norm vermisst. Ohne zu zögern denkt er sofort an die sogenannten Run-Flat-Reifen, denn für diese gibt es noch keine Norm. Diese Notlauf-Reifen ermöglichen es der Fahrzeuglenkerin oder dem Fahrzeuglenker, selbst nach einer Reifenpanne noch einige Kilometer sicher zur nächsten Werkstatt zu fahren. Autos, insbesondere SUVs, werden immer häufiger mit Run-Flat-Reifen ausgestattet, weil damit kein Reserverad nötig ist und so wertvoller Gepäckraum geschaffen wird. Doch bislang sind dem Run-Flat-Reifen seine besonderen Eigenschaften von aussen nicht anzumerken. Eine herstellerunabhängige Kennzeichnung auf dem Reifen würde hier Abhilfe schaffen, ist Erich Schwizer überzeugt. Vielleicht eine Idee, um als Bindeglied zwischen TCS und der Schweizerischen Normen-Vereinigung (SNV) gleich eine neue Norm anzustossen? Denn SNV-Mitglieder, wie der TCS, sind die treibende Kraft, wenn es um die Ausarbeitung von neuen Normen geht.

Der TCS feiert 2021 sein 125-Jahr-Jubiläum
125 Jahre traditionsreiche Geschichte zum Allgemeininteresse: Von Anbeginn sah der TCS seine Hauptaufgaben darin, die Interessen seiner Mitglieder – der Radfahrer und einige Jahre später auch der Automobilisten – umfassend zu vertreten. Im Verlauf seiner Geschichte ist der TCS stets mit Problemen rund um den Strassenverkehr sowie Fragen im Zusammenhang mit Strassenverkehrsabgaben konfrontiert worden. Auch wenn die Sachfragen, mit denen sich der TCS beschäftigte, im Grunde genommen immer noch dieselben sind, ist doch im Laufe der Zeit die Erkenntnis gereift, dass der TCS bei der Erfüllung seiner Aufgabe, nämlich die Interessen seiner Mitglieder zu wahren, nicht nur rein «automobilistische» Interessen verfolgen kann. Mit seinem Wachstum wuchs zugleich die Verpflichtung, nicht einzig das Allgemeininteresse seiner Mitglieder, sondern dasjenige des Schweizer Volkes stets im Auge zu behalten. So waren die Dienstleistungen, die der junge Club anbot, sowohl am Gemeinwohl ausgerichtet als auch auf die Bedürfnisse der einzelnen Mitglieder zugeschnitten.

Mit dieser in der Vergangenheit und in der Gegenwart erfolgreichen und auch in Zukunft praktizierten Unternehmensphilosophie, die darin besteht, jederzeit Problemlösungen anzubieten und seine Dienstleistungen auszubauen, ist der TCS vom bescheidenen Radfahrerclub zum grössten schweizerischen Verein von Strassenbenützern aufgestiegen. Auch wenn heute andere Transportmittel zur Verfügung stehen, Schranken abgebaut worden sind und sich die Horizonte erweitert haben, ist das Ziel dasselbe geblieben: als massgebende Konsumentenschutzorganisation im Mobilitätsbereich mit Rat, Schutz und Hilfe immer an der Seite seiner Mitglieder zu sein.

Erfahren Sie mehr im Jubiläumsvideo

Quelle: www.tcs.ch

Erich Schwizer

Der Automobilingenieur Erich Schwizer ist seit 30 Jahren für den Touring Club Schweiz tätig. Als Experte Mobilitätsberatung ist er unter anderem verantwortlich für die Durchführung unzähliger Tests, die vom TCS selbst und auch von Dritten in Auftrag gegeben werden. Täglich prüfen er und seine acht Teamkollegen Themen und Produkte. Mit dabei ist auch immer ein Regelwerk von Normen, denn sie sind Teil der Testgrundlagen.

Erich Schwizer

Experte Mobilitätsberatung TCS

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