SNV-Story #1: Barrierefreiheit für Menschen mit Assistenzhund

Portrait der Expertin Katharina Eberle

Katharina Eberle engagiert sich nicht nur in ihrer Arbeit als Bereichsleiterin Ausbildung bei der Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde Allschwil. Seit 2017 ist sie auch als Expertin in der Normung tätig. Für die Schweiz ist sie bei der Erarbeitung von Normen im CEN/TC 452 «Assistance Dogs» die Expertin. Die Schweizer Delegation besteht zurzeit nur aus einer Person. Frau Eberle und ihre Organisation sind momentan die einzigen, die sich an dieser Arbeit beteiligen. Für die SNV hat Katharina Eberle mit einer kurzen Bildergeschichte ihre Arbeit während eines Expertenmeetings in Zagreb im November 2019 dokumentiert.

Bildbeschrieb: Katharina Eberle (Quelle: Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde Allschwil)

Wann ist ein Assistenzhund ein Assistenzhund?
Ziel der Normungstätigkeiten des CEN/TC 452 «Assistance Dogs» ist eine einheitliche Barrierefreiheit für Menschen mit Assistenzhund in ganz Europa. Unter «Assistenzhund» versteht man einen Hund, der speziell für die Wahrnehmung von Aufgaben zur Erhöhung der Unabhängigkeit und zur Minderung von Einschränkungen von Menschen mit Behinderung ausgebildet wurde.

Bildbeschrieb: Der Autismushund wurde speziell ausgebildet, um Kinder, die an einer Autismusspektrumstörung leiden, im Alltag zu begleiten. (Quelle: Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde Allschwil)

Mit den geplanten Normen sollen Ausbildung, Einsatz und Zutrittsrechte für Assistenzhunde bzw. Menschen mit Assistenzhunden international einheitlich geregelt werden. Dürfen Assistenzhunde mit in eine Grossveranstaltung? Welches Training muss ein Assistenzhund absolvieren? Wer darf ihn trainieren? Welcher Hund ist wirklich ein Assistenzhund?

Bildbeschrieb: Der Führhund leitet einen sehbehinderten Menschen sicher an Hindernissen vorbei. (Quelle: Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde Allschwil)

Normen direkt beeinflussen
Wie kam Katharina Eberle zur Expertenarbeit in der Normung? Über eine andere Schweizer Expertin wirkte die Stiftung indirekt bereits früher an der Erarbeitung anderer Normen mit. Als die Erarbeitung von europäischen Normen zum Thema «Assistance Dogs» erneut lanciert wurde, entschied man bei der Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde, sich an der Arbeit direkt zu beteiligen.

An den Normen des CEN/TC 452 arbeiten rund 60 Experten aus Europa mit (Belgien, Niederlande, Frankreich, England, Irland, Italien, Slowenien, Türkei, Kroatien, Tschechien, Rumänien, Finnland, Norwegen, Schweden etc.). Wie eingangs erwähnt, ist Katharina Eberle die einzige Schweizer Vertreterin. In anderen Ländern gibt es teils grosse Delegationen, bei welchen neben den Fachexperten aus der Assistenzhundebranche auch Mitarbeitende staatlicher Departemente mitarbeiten.

Der Aufwand lohnt sich
Die grösste Herausforderung bei diesem internationalen Projekt ist wohl, alle Interessen von kleinen und grossen Schulen sowie von Haltern mit selbsttrainierten Assistenzhunden unter einen Hut zu bringen. Weiter sind es nicht alle Beteiligten gewohnt, in grossen Projekten zusammenzuarbeiten.

Die Normungsarbeit sieht Katharina Eberle nicht nur als zusätzliche Leistung zu ihrer täglichen Arbeit. Besonders schätzt sie das internationale Netzwerk. Sie engagiert sich deshalb gerne für die Entstehung der neuen Norm und ist überzeugt, dass sie persönlich sowie beruflich davon profitiert: «Dank der engen Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten erhalten wir Einblick in die Arbeit anderer, was ein Lernfeld darstellt. So habe ich Partner für den Austausch auch auf meiner Stufe».

SNV-Story #1
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