Auch nach 100 Jahren bereit für die Zukunft

Mit Risotto, Hamburgern, indischen Reisgerichten und weiteren kulinarischen Köstlichkeiten aus aller Welt verwöhnte die 100-jährige Jubilarin ihre rund 200 Gäste. So reich wie das Essen in der Trafohalle in Baden, so vielfältig sind die Themen der Schweizerischen Normen-Vereinigung (SNV). An der Jubiläumsfeier vom 23. Mai 2019 konnten die Gäste auch Themen-Häppchen kosten.

Normen verbinden die Welt. Mit diesen Worten begrüsste Dr. Jürg Werner, Präsident der SNV die Gäste der Jubiläumsfeier und wies darauf hin, wie aktuell Normen in einer global vernetzten Welt sind. Stefan Ramseier, Chef des in Baden «gleich um die Ecke gelegenen» Forschungszentrums Baden-Dättwil, überbrachte ein Grusswort der ABB – war es doch die frühere BBC, die am 2. Juli 1919 zusammen mit anderen Schweizer Industrieunternehmen wie Sulzer oder Escher-Wyss die «Schweizer Normalien-Kommission» gründete. Ramseier zitierte aus der Bauzeitung von 1919, in der Normen als nichts Starres, sondern als «das wohlerwogene Ergebnis von Erfahrung und Bedarf» umschrieben wurden – was noch heute gelte. Urs Fischer, CEO der SNV, betonte schliesslich, wie visionär die Gründung des SNV gewesen sei, vergleichbar der Gründung des genau gleich alten Zirkus Knie. Beide würden noch heute auf ihre Art einen Beitrag für die Gesellschaft leisten und sich dabei vorwärts bewegen – was auch in der Jubiläumsfeier zum Ausdruck komme.

Bewegung ist Programm
Die Gäste wurden darauf im Dunkeln mit einer dynamischen Performance des Prager Lichtkünstlers Alex Dowis überrascht. Weiter, in einem anderen Raum, glaubte man, Teil einer virtuellen Darbietung zu werden, da zuerst nur die Stimme des Referenten zu hören war. Darauf wies eine Drohne den Weg in die grosse Halle, und schliesslich endete der Parcours wieder im Dunkeln, wo Alex Dowis, mit einem Lichtstift auf eine grosse Wand zeichnend, auf poetische und zauberhafte Weise die Zeit von 1919 bis 2019 darstellte. Über den immer wieder verblassenden Bildern entstanden neue Lichtgemälde, mal mit genauen Strichen und Punkten, mal verwischt und ätherisch. Das letzte der vergänglichen Kunstwerke führte in die unmittelbare Gegenwart, nach Baden, zuerst erkennbar an der Kirche, dann an den zwei Personen, die in der Trafohalle auf 100 Jahre SNV anstiessen.

Vier Themen-Häppchen weisen in die Zukunft
Matthias Jungen von der Swisscom zeigte den Gästen glaubhaft auf, dass Augmented Reality, Robotik, Internet der Dinge und automatisiertes Fahren im Grunde bereits mit der 5G-Technologie rechne. Denn diese liefere nicht nur mehr Kapazitäten und Geschwindigkeit als das aktuell genutzte 4G, sondern es bilde eine Voraussetzung für das einwandfreie Funktionieren solcher künftigen Anwendungen. Der Experte erklärte, dass die neue Technologie ermögliche, innerhalb des Netzes in sich geschlossene Mobilnetze zu betreiben, indem ein Teil des Netzwerkes abgespalten werde. Damit könnten die eingebundenen Geräte und Kommunikationsmittel ohne Störung kommunizieren, was unter 4G nicht gewährleistet sei.

Jean-Philippe Hagmann, Autor des Buches «Hört auf, Innovationstheater zu spielen!» stellte die provokative These in den Raum: Bei Innovationen sei die Idee an sich gar nicht so viel wert. Denn neben jenen, die Ideen generieren, brauche es noch andere Rollenträger in einem Erfolg versprechenden Innovationsprozess. Die wichtigste Rolle sei der «Brückenbauer», um zwischen jenen, die Neues entwickeln, und jenen, die das Tagesgeschäft weiterbetreiben, übersetze. Doch auch die Kultur im Unternehmen müsse stimmen. Denn werde ein Innovationsprozess in Gang gesetzt, müssten sich alle Beteiligten sicher fühlen und Gewissheit haben, dass sie als Personen sowie der Innovationsprozess im Unternehmen respektvoll getragen würden. Hagmann gab dem Publikum noch wertvolle Hinweise mit: Ziele sollen wild und weit gesteckt werden, und im Arbeitsalltag müsse auch etwas mehr Spass, Humor und Verspieltheit Platz haben.

Eine spielerische Einlage brachte schliesslich der Sicherheitsexperte Dominique Brack, der feststellte, dass in innovationsgetriebenen Projekten meist das Sicherheitsdenken etwas verloren gehe. Ein gutes Beispiel seien Drohnen. Diese würden zwar bereits vielfältig eingesetzt, doch wirksame Abwehrmassnahmen und Know-how, wie gegen Missbrauch vorgegangen werden könne, würden weitgehend fehlen. So geschehen im Dezember 2018, als eine Drohne den Flughafen Gatwick für drei Tage lahmlegte. In London waren es Scharfschützen, in Baden zwei geübte Schützen aus dem Publikum mit Spielzeugwaffen, die die Aufgabe bekamen, eine Drohne abschiessen. Alle waren erfolglos, und ohne Worte wurde klar: Um Drohnen abzuwehren, braucht es andere Waffen.

Andreas Hufschmid und Adrian Wachholz stellten zum Schluss zwei von der ABB entwickelte Neuheiten vor. Der Roboter YuMi ist für repetitive Arbeiten in verschiedenen Bereichen konzipiert. Im Unterschied zu herkömmlichen Industrie-Robotern, die mit Schutzzäunen umgeben werden mussten, kann er direkt mit Menschen zusammenarbeiten. Ebenfalls auf die Nutzenden ausgerichtet ist die Schnell-Ladestation mit drei unterschiedlichen Ladeleistungen. Die aufkommende Elektromobilität zeige, so Wachholz, dass sich auch etablierte Branchen wie die Automobilindustrie plötzlich mit neuen Themen und Mitbewerbern auseinandersetzen müssen.

Vorwärts mit Elan
Die vier Themen-Häppchen zeigten eindrücklich: die Welt ist im Wandel. Altes wird überholt, Neues entsteht. Die SNV und der Zirkus Knie, beide haben sich 100 Jahre den Veränderungen gestellt. Zum Jubiläum leistete sich der Zirkus Knie ein neues Zelt – die SNV neue Büroräumlichkeiten, eine neue Strategie sowie ein neues Corporate Design, ein modernes Logo und einen innovativen Webauftritt. Nun ist sie bereit, weiterhin zukunftsgerichtete Normungsthemen anzugehen und sich neuen Entwicklungen und Bedürfnissen anzupassen – wie bereits 1919 beschrieben.

Bildergalerie der SNV-Jubiläumsfeier vom 23. Mai 2019

Dr. Jürg Werner, Präsident der SNV

Der Präsident der SNV, Dr. Jürg Werner, eröffnete die Jubiläumsfeier.

Grusswort der ABB

Nach der Eröffnung der Jubiläumsfeier richtete Stefan Ramseier das Grusswort der ABB an die Gäste.

Urs Fischer, CEO der SNV

Urs Fischer begrüsste die Gäste in der Trafohalle.

Matthias Jungen, 5G-Experte der Swisscom

«Inspiration Session 5G»: Matthias Jungen führte ins Thema 5G ein.

Lichtkünstler Alex Dowis

Der Lichtkünstler aus Prag versetzte die Gäste der SNV in Staunen.

Jean-Philippe Hagmann

Der Redner und Autor des Buches «Hört auf, Innovationstheater zu spielen!» überzeugte in seiner «Inspiration Session Innovation» die Gäste von Beginn.

Inspiration Session Drohnen

«Inspiration Session Drohnen»: Sie fand in der imposanten Halle 37 des Trafo statt. Dominique Brack holte die Gäste im Glassaal mit der Drohne ab und zeigte ihnen den Weg in die grosse Industriehalle.

Sicherheitsexperte Dominique Brack

«Inspiration Session Drohnen»: Dominique Brack, Sicherheitsexperte, fesselte die Gäste der Jubiläumsfeier mit einer interaktiven und informativen Session.

Drohnenabwehr

Gäste aus dem Publikum versuchten sich spielerisch, jedoch erfolglos in der Drohnenabwehr.

Andreas Hufschmid von der ABB

«Inspiration Session der ABB»: Andreas Hufschmid stellte den kollaborativen Roboter YuMi der ABB vor.

Roboter YuMi

«Inspiration Session der ABB»: Der kollaborative Roboter YuMi arbeitet direkt mit Menschen zusammen.

Adrian Wachholz von der ABB

«Inspiration Session der ABB»: Adrian Wachholz stellte die Schnell-Ladestation mit drei unterschiedlichen Ladeleistungen der ABB vor.

Abschlussbild des Lichtkünstlers

Alex Dowis zauberte mit seinem Lichtstift mystische Lichtbilder und leitete am Schluss den Apéro ein.

Alex Dowis

Der Lichtkünstler aus Prag erntete einen tosenden Applaus, der nicht mehr enden wollte.

Apéro der Jubiläumsfeier

Der Apéro fand in der grossen Halle 37 statt.

Food Festival

Als Abschluss wurden die Gäste mit einem Food Festival verwöhnt.

Food Festival in der Halle 37

Bei schönster Abendsonne, die durch die farbigen Fenster der Halle 37 hineinschien, genossen die Gäste den Apéro sowie das Food Festival an den verschiedenen Ständen.

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